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Medizin und Krieg in historischer Perspektive- Medycyna i wojna w perspektywie historycznej

Beiträge der XII. Tagung der Deutsch-Polnischen Gesellschaft für Geschichte der Medizin, Düsseldorf 18.-20. September 2009- Prace XII. konferencji Polsko-Niemieckiego Towarzystwa Historii Medycyny, Düsseldorf 18 do 20 września 2009 r.

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Edited By Ute Caumanns, Fritz Dross and Anita Magowska

Der Band dokumentiert die XII. Tagung der Deutsch-Polnischen Gesellschaft für Geschichte der Medizin «Medizin und Krieg in historischer Perspektive» vom 18. bis 20. September 2009 in Düsseldorf. Im Umfeld des 70. Jahrestags des «Auftakts zum Vernichtungskrieg» sollten indes nicht ausschließlich Medizinverbrechen des Zweiten Weltkriegs bearbeitet werden. In 37 Aufsätzen präsentiert der Band daher einen über die nationalen und fachdisziplinären Grenzen ausgreifenden Blick auf die facettenreiche Beziehung zwischen Medizin und Krieg in der Geschichte der Neuzeit.

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5. Politik und Organisation/ Polityka i organizacja

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5. Politik und Organisation Polityka i organizacja Blutiges Handwerk – Die Reform der österreichischen Feldsanität unter Maria Theresia und Joseph II.* Matthias König, Innsbruck Das 18. Jahrhundert gilt als eines der konfliktreichsten und blutigsten Jahrhunderte in der europäischen Geschichte, kaum eine andere Epoche hatte weniger Friedens- jahre aufzuweisen. Die Soldaten, die für die machtpolitischen Interessen ihrer Für- sten zu Felde zogen, waren dabei vielerlei Gefahren ausgesetzt – sei es durch Ver- wundung oder Tod in einer der unzähligen Schlachten, sei es durch die in den Heerlagern grassierenden Seuchen. Zwar verfügten alle europäischen Armeen die- ser Zeit über verschiedene Einrichtungen zur medizinischen Versorgung der Solda- ten, das zeitgenössische Urteil über deren Qualität war allerdings negativ. „Kommt es dann aber zu einer Belagerung, Action oder Sturm, so bringt man die blessirten in ein Lazareth, oder besser zu sagen auf dem Richtplatz. […] Da gehet es dann auf die Metzger Banke loß, da heist es: Fuß-weg, Hand-weg, Arm-weg […].“1 Die Unfähigkeit fast aller Staaten des frühneuzeitlichen Europa, eine adäquate feld- medizinische Versorgung zu gewährleisten war eine Konstante, die bis weit ins 19. Jahrhundert bestand hatte, wenngleich regionale Unterschiede zu beachten sind.2 Gerade der Feldsanitätsdienst der habsburgischen Armeen schneidet dabei im internationalen Vergleich äußerst schlecht ab.3 Die Fähigkeiten und Erfolge Prinz Eugens von Savoyen überstrahlten die immer dramatischer werdenden Mängel in vielen Bereichen des Heerwesens und verhinderten auf diese Weise die zeitgerech- te Durchführung dringend notwendiger Reformen....

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