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Die theoretische Aneignung der Produktionsmittel

Gegenstand, Struktur und gesellschaftstheoretische Begründung der polytechnischen Bildung in der DDR

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Andreas Tietze

In der Verbindung von produktiver Arbeit und Erziehung sah Karl Marx «eines der mächtigsten Umwandlungsmittel der heutigen Gesellschaft». Diesen Anspruch aufgreifend wurde in der DDR ein umfassendes, curricular ausdifferenziertes System polytechnischer Bildung entwickelt, das Produktionsbetriebe systematisch in die schulische Allgemeinbildung einbezog. Diese Arbeit stellt die konzeptionelle Entwicklung der polytechnischen Bildung in der DDR auf der Grundlage veröffentlichter und archivalischer Quellen dar. Sie zielt darauf, auf der Basis einer theoriegeschichtlichen Analyse sowohl das hohe internationale Renommee als auch die praktischen Schwächen dieses Wesenselements der DDR-Schule im Besonderen und der sozialistischen Schulbildung im Allgemeinen zu begründen.

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Mit der Beziehung von Arbeit und Bildung wird in den Bänden 11 und 12 der Reihe „Gesellschaft und Erziehung“ ein pädagogisches Grundproblem themati- siert, das nicht nur eine jahrhundertlange Diskursgeschichte und unzählige Ge- staltungsversuche hervorgebracht hat, sondern angesichts einer sich global wan- delnden Arbeitswelt, neuer wissenschaftlich-technischer und ökologischer Her- ausforderungen und nicht zuletzt immer wiederkehrender Bildungskrisen eine neue Dimension erlangt. Waren bisherige Diskussionen nicht selten von prag- matisch-aktuellem und auch politischem Argumentationsbedarf bestimmt, ist es Anliegen der hier vorgelegten Analysen, Arbeit, Technik und Bildung in histori- sche und international vergleichende Zusammenhänge einzuordnen, um einen unverstellten Blick auf die Wechselbeziehungen zwischen Allgemeinbildung, technischer Bildung und produktiver Arbeit und deren emanzipatorische Poten- tiale zu öffnen. Die in Band 11 abgedruckte Dissertationsschrift von Andreas Tietze gilt der Auseinandersetzung mit dem Modell einer polytechnischen Bil- dung in der DDR, Band 12 enthält Beiträge einer wissenschaftlichen Tagung zu Modellen arbeitsorientierter technischer Bildung im internationalen Kontext. Beide sind, ungeachtet der Verschiedenheit ihrer Gegenstände, als Aspekte des wissenschaftlichen Nachdenkens über Inhalte, Funktionen und Perspektiven von Arbeit, Technik und Bildung zu verstehen. Es erscheint daher sinnvoll und rat- sam, beide Bände im Zusammenhang zu sehen und zu rezipieren. Der Gegenstand des hier vorliegenden Bandes könnte als ein rein histori- scher betrachtet werden, wenn allein der große, mehr als dreißig Jahre währende Versuch der DDR in den Blick genommen würde, Bildung und Arbeit in einem Konzept der polytechnischen Bildung dialektisch zu verbinden. Denn mit dem Untergang...

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