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Allgemeine Pädagogik am Beginn ihrer Epoche

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Edited By Jürgen Rekus

Die vermeintlich «evidenzbasierten» Bildungsreformen haben seit mehr als zehn Jahren viel Wind gemacht, aber nicht zum Sturm auf die Bildung geblasen. Heute gerät die Allgemeine Pädagogik als kritische Reflexionsinstanz nach Jahren abseitiger Theoriediskussionen wieder in den Blick der öffentlichen Erwartung und bildungspolitischen Aufmerksamkeit und steht am Beginn einer neuen Epoche. In ihrer historisch-systematischen Perspektive kann sie helfen, die von der empirischen Bildungsforschung aufgeklärte Realität zu würdigen und für die Zukunftsgestaltung zu gewichten. Sie ist keineswegs rückwärtsgewandt, blickt aber vor dem Überholen in den Rückspiegel. Allgemeine Pädagogik ist keine Alternative zur empirischen Bildungsforschung, sondern ihr notwendiges Komplement.

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Jürgen Rekus: Allgemeine Pädagogik am Beginn ihrer Epoche

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7 Jürgen Rekus Allgemeine Pädagogik am Beginn ihrer Epoche 1. Der provokante Titel des vorliegenden Buches trägt zugegebenermaßen dick auf. Er will etwas aufbrechen, er will einen Aufbruch in eine neue pädagogische Epoche provozieren, ohne die Leistungen der bisherigen abzuwerten. Sonderlich kreativ ist der Titel allerdings nicht. Wer sich in der Pädagogik halbwegs auskennt, weiß, dass der Titel an einen Band von Ilse Dahmer und Wolfgang Klafki aus dem Jahre 1968 angelehnt ist. Dieser Band erschien damals zu Ehren ihres akademischen Lehrers und Dilthey Schü- lers, Erich Weniger, und trug den Titel: „Geisteswissenschaftliche Pädagogik am Ausgang ihrer Epoche“. Dahinter stand die Überzeugung, dass die geisteswis- senschaftliche Pädagogik und mit ihr verbunden die hermeneutischen Verfahren nicht mehr den Stellenwert für die bildungspolitische Akzeptanz der Pädagogik innehatten wie noch zum Neubeginn nach 1945. In den sechziger Jahren des letzten Jahrhunderts wurde die Pädagogik zunehmend szientifisch aufgerüstet, und die sich verbreitende Disziplinbezeichnung „Erziehungswissenschaft“ ver- stand sich als überwiegend empirisch orientiertes Wissenschaftsprogramm. Als der Abschiedsband von Dahmer und Klafki für ihren Lehrer Erich Weniger erschien, war der Empiriker Heinrich Roth wenige Jahre zuvor an die Universität Göttingen berufen worden und hatte am 21.07.1962 vor der Philosophischen Fakultät seine Antrittsvorlesung mit dem programmatischen Titel „Die realisti- sche Wendung in der Pädagogischen Forschung“ gehalten (vgl. Roth 1962). In der pädagogischen Geschichtsschreibung gilt diese Rede gemeinhin als Aufbruch in eine neue Epoche. In der Tat forderte der sich...

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