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Text – Bild – Hypertext

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Ewa Zebrowska

Die Arbeit beschreibt Hypertexte aus textlinguistischer Perspektive vor einem breit angelegten theoretischen Hintergrund neuerer und neuester Forschung auf diesem Gebiet. Mit Hilfe der dabei herausgearbeiteten Kategorien wird die textlinguistische Spezifik von Hypertexten beschrieben und diskutiert. Es wird aufgezeigt, dass sich in den letzten Jahren der Einfluss neuer Technologien und Medien auf die Raum- und Zeitstrukturen von Texten überhaupt rasant verstärkt hat. Besondere Aufmerksamkeit wird in dieser Untersuchung der Präsenz von Bildern in der computervermittelten Kommunikation sowie dem Layout und dem Design geschenkt. Hypertexte erweisen sich auf ihrer Ausdrucksebene so letztlich als computergestützte Kommunikationsangebote.

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1. Sprache(n) und ihre Wirklichkeit

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1.1. Ontischer Status von Sprache(n) Jede wissenschaftliche Disziplin bestimmt ihren Gegenstand, indem er auf spe- zifische Weise modelliert und konstruiert wird. Dieser Prozess hat in der Sprachwissenschaft des 20. Jahrhunderts zu weitgehenden reduktionistischen Perspektiven sowie Idealisierungen und Abstraktionen geführt. Das intellektua- listische Sprachbild hatte in Ferdinand de Saussure seinen Begründer, dessen Unterscheidung zwischen Sprache und Sprechen die Sprachwissenschaft über Jahrzehnte methodologisch geprägt hat. Einerseits sind die Verdienste der Struk- turalisten evident, denn sie haben eine wissenschaftliche Fundierung für die De- skription der Sprache konstituiert, einen methodologischen Zugang zu ihrer Be- schreibung geschaffen sowie ihrer synchronen Analyse einen hohen Rang einge- räumt. Andererseits aber hat man im Strukturalismus die Sprache als autonomes, eigenständiges Gebilde betrachtet, vom Menschen und seiner konkreten, wirkli- chen Sprache, und somit von den sozialen, kulturellen, kommunikativen, media- len und funktionalen Dimensionen der Sprache abstrahiert (vgl. Günthner 2003: 190). Die Lebendigkeit und Unikalität des authentischen Sprachgebrauchs, die individuell geprägte Differenziertheit von konkreten Erscheinungsformen sowie die Sprache als Teil der biologischen Ausstattung des Menschen und sein Sprachvermögen wurden in diesem Ansatz aus der wissenschaftlichen Erfor- schung ausgeklammert. Zum Objekt der Sprachwissenschaft konnten keine in- dividuellen, wirklichen, authentischen sprachlichen Objekte werden, sondern die Sprache als Universalbegriff, die dem Prozess der Abstraktion im Sinne von Aristoteles unterworfen wurde. Darüber hinaus wurden die auf diese Weise ge- wonnenen (Einzel)sprachen als Systeme in verschiedene Elemente zergliedert und erst daraufhin analysiert. S. Krämer (2009: 37) spricht an dieser Stelle vom...

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