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Medien der Auferstehung

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Helga Finter

Welchen Einfluss hat das Denken der Auferstehung seit der Renaissance auf die Medienkultur Europas und inwiefern prägen die oft kontroversen Konzeptionen der Religionen wie auch ihre Aporien noch heute Medien und Künste? Welche Auswirkungen haben sie auf unser Verständnis von Sprache, Repräsentation, Subjekt, Körper und Medium? Medien der Auferstehung versammelt Antworten zur Aktualität des Auferstehungsbegriffes aus den Bereichen Text-, Theater-, Tanz-, Medien-, Film-, Musik- und Kunstwissenschaft, Philosophie und Anthropologie sowie der Theater- und Musikpraxis.

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II. Medien der Auferstehung im Theater

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75 Medien der Auferstehung im Theater: Irdische Paradiese, akusmatische Stimmen Helga Finter Die Menschheit verwendet schonungslos jeden Einzelnen als Material zum Heizen ihrer großen Maschinen: aber wozu dann die Maschinen, wenn alle Einzelnen (das heißt die Menschheit) nur dazu nutzen, sie zu unterhalten? Maschinen, die sich selbst Zweck sind, – ist das die umana commedia? Friedrich Nietzsche, Menschliches, Allzu Menschliches, I, 9, 5851 Theatermaschinen: „Proprio un Paradiso“ Die Abbildung auf dem Umschlag dieses Buches nimmt eine Skizze des Ingenieurs, Architekten und Szenographen Niccolò Sabbatini aus Pesaro auf, die seinem Handbuch Pratica di fabbricar scene e macchine ne’ teatri entnommen ist.2 Sie ist im zwei- ten, der erweiterten Auflage von 1638 hinzugefügten Teil zu finden, der den Inter- medien und Theatermaschinen gewidmet ist, und zwar im Kapitel 54, das die Frage beantwortet, „Wie ein Paradies darstellen?“. Dort ist folgendes zu lesen: Man macht in den Himmel [cielo] eine Öffnung in Form eines Kreises, und zwar so groß wie man das Paradies erscheinen lassen möchte. Dann macht man acht oder zehn Kreise [Reifen] aus Brettleisten von einem Fuß Breite, doch jeweils von ver- schiedener Größe, der erste Kreis größer als der zweite, der zweite größer als der drit- te und in gleicher Abstufung auch die anderen. Alle sollten dann mit Wolken verklei- det werden, jeder für sich, und wie ihr Umfang sollte auch ihre Farbe abnehmen, um schließlich in weiß überzugehen; sodann werden [die Kreise] in Form eines [konzent- rischen] Chors hintereinander angeordnet, der...

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