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Die Haftung von Vorständen und Geschäftsführern wegen Vermögensschäden bei Kapitalanlegern

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Frederik Steinhoff

Das Risiko für Mitglieder geschäftsführender Organe von Kapitalgesellschaften persönlich in Anspruch genommen zu werden, ist seit Mitte der 1990er Jahre deutlich gestiegen. Ausgehend von einer Reihe von Fällen, die Entscheidungen des Bundesgerichtshofes nachgebildet sind, untersucht der Autor verschiedene Konstellationen der persönlichen Haftung von Organmitgliedern. Neben der Inanspruchnahme des Geschäftsleiters durch die Gesellschaft im Wege der Innenhaftung wird vor allem die Frage nach der Haftung gegenüber außerhalb der Gesellschaft stehenden Dritten beleuchtet. Ein Schwerpunkt liegt hier auf der Haftung wegen der Verletzung von Ad-hoc-Publizitätspflichten börsennotierter Aktiengesellschaften. Ferner werden straf- und versicherungsrechtliche Fragestellungen berücksichtigt.

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C. Haftungsmodelle bei Kapitalgesellschaften

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17 B. Haftungsmodelle bei Kapitalgesellschaften I. Einführende Bemerkungen Die zivilrechtliche Haftung von Geschäftsleitern bedeutet, dass sich das jeweili- ge Organmitglied persönlich für Schäden in Anspruch nehmen lassen muss, die durch sein Verhalten bzw. seine Untätigkeit bei der Gesellschaft oder auch bei Dritten eingetreten sind.60 Bei einer schuldhaften Pflichtverletzung gegenüber der Gesellschaft wird das betreffende Organmitglied für dort entstandene finan- zielle Schäden aufzukommen haben. Bei Dritten kommt neben einem wirtschaft- lichen Schaden auch eine Verletzung von deren absoluten Rechtsgütern in Be- tracht. Hierzu zählen die in § 823 Abs. 1 BGB genannten Rechtsgüter Leben, körperliche Unversehrtheit, Freiheit und Eigentum. Die Bezeichnung als absolu- tes Recht bezieht sich auf dessen Wirkung. Ein absolutes Recht ist gegen jeder- mann gerichtet, von jedermann zu beachten und aus diesem Grunde auch gegen- über jedermann geschützt.61 Der Rechtsinhaber hat hinsichtlich der Herrschaft über das Gut ein Ausschließungsrecht gegenüber allen anderen Personen.62 Im Gegensatz hierzu stehen die sogenannten relativen Rechte, bei denen es sich um Ansprüche gemäß § 194 Abs. 1 BGB handelt, mit denen von einer bestimmten anderen Person ein Tun oder Unterlassen gefordert werden kann.63 Das Haftungssystem ist im Verhältnis zwischen dem Mitglied des geschäftsfüh- renden Organs und der Gesellschaft in zwei verschiedene Modelle aufgeteilt. In dem einen Fall wird das Organmitglied von der Gesellschaft selbst in Anspruch genommen. Daneben kann das Organmitglied von Dritten, die außerhalb der Gesellschaft stehen, in Anspruch genommen werden. Teilweise wird...

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