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Die Haftung von Vorständen und Geschäftsführern wegen Vermögensschäden bei Kapitalanlegern

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Frederik Steinhoff

Das Risiko für Mitglieder geschäftsführender Organe von Kapitalgesellschaften persönlich in Anspruch genommen zu werden, ist seit Mitte der 1990er Jahre deutlich gestiegen. Ausgehend von einer Reihe von Fällen, die Entscheidungen des Bundesgerichtshofes nachgebildet sind, untersucht der Autor verschiedene Konstellationen der persönlichen Haftung von Organmitgliedern. Neben der Inanspruchnahme des Geschäftsleiters durch die Gesellschaft im Wege der Innenhaftung wird vor allem die Frage nach der Haftung gegenüber außerhalb der Gesellschaft stehenden Dritten beleuchtet. Ein Schwerpunkt liegt hier auf der Haftung wegen der Verletzung von Ad-hoc-Publizitätspflichten börsennotierter Aktiengesellschaften. Ferner werden straf- und versicherungsrechtliche Fragestellungen berücksichtigt.

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F. Absicherung der Organmitglieder durch eine Haftpflichtversicherung

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Wie bereits gezeigt, sehen sich die Mitglieder geschäftsführender Organe von AG und GmbH Haftungsgefahren sowohl gegenüber der Gesellschaft als auch gegenüber außerhalb der Gesellschaft stehender Dritter ausgesetzt, die in den letzten 15 Jahren deutlich gestiegen sind und auch in Zukunft weiter steigen werden1485. Unternehmensleiter von Kapitalgesellschaften haben damit ein Be- dürfnis, ihr privates Vermögen vor einer unter Umständen existenzgefährdenden Inanspruchnahme mit Schadensersatzverpflichtungen abzusichern1486. Hierzu bietet sich der Abschluss einer D&O-Versicherung an. Der Begriff D&O- Versicherung steht für „Directors´ and Officers´ Liability Insurance“. In Deutschland wird eine solche Versicherung auch mit dem Begriff „Vermögens- schaden-Haftpflichtversicherung für Aufsichtsräte, Vorstände und Geschäftsfüh- rer bezeichnet“1487. In der folgenden Darstellung soll jedoch ausschließlich die Bezeichnung D&O-Versicherung benutzt werden. I. Historische Entwicklung der D&O- Versicherung Erste Denkanstöße zur Entwicklung einer Vermögensschaden- Haftpflichtversicherung für Organmitglieder von Kapitalgesellschaften fanden sich bereits im Deutschen Reich des ausgehenden 19. Jahrhunderts und begin- nenden 20. Jahrhunderts1488. Nach der Verabschiedung des Aktien- und GmbH- Gesetzes 1884 bzw. 1892 plante der Allgemeine Deutsche Versicherungsverein erstmals eine Haftpflichtversicherung für Mitglieder von Aufsichtsräten anzu- bieten. Das Vorhaben ging jedoch über das Planungsstadium nicht hinaus. So- wohl der preußische Innenminister intervenierte, als auch die öffentliche Mei- nung war gegen eine derartige Versicherung, da sie eine zunehmende Nachläs- sigkeit der Organmitglieder befürchtete1489. 1485 Vgl. Damken, Corporate Governance in mittelständischen Kapitalgesellschaften, S. 137; Schillinger, VersR 2005, S....

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