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Familienmediation bei Trennung / Scheidung von Eltern

Ein Kann, ein Soll, ein Muss?

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Angelika Peschke

Trennung und Scheidung der Eltern gehören inzwischen zur Lebenswirklichkeit vieler Kinder. Ausgehend von den Erkenntnissen der Scheidungsforschung wird dargestellt, dass es dem Recht oft nicht gelingt, das für das Kind Beste zu erreichen. Mediation ist eine hilfreiche Alternative. Trennungspaare sind aber häufig in einem sich selbst hemmenden System gefangen, das ihnen die freiwillige Entscheidung zur Mediation unmöglich macht. Deshalb werden verschiedene Anknüpfungspunkte für eine Verpflichtung zum Mediationsversuch auf ihre verfassungsrechtliche Zulässigkeit geprüft und ihre konkrete Implementierung im FamFG vorgeschlagen. Ergänzend werden die Entwicklungen durch das Mediationsgesetz einbezogen und weiterer Handlungsbedarf (z. B. in Form von Mediationskostenhilfe) aufgezeigt.

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C. Regelungsvorschläge, Forschungsbedarf undSchlussbetrachtungen

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231 C. Regelungsvorschläge, Forschungsbedarf und Schlussbetrachtungen Die Trennung und Scheidung eines Paares hat eine rechtliche und eine psychische Ebene.1113 Dies bedingt, dass das Recht in dieser Situation an Grenzen stoßen und sogar dazu führen kann, dass der eigentliche Konflikt verstärkt und nicht gelöst wird. Die Mediation besitzt große Potentiale, um in dieser besonderen Lebenssi- tuation der Betroffenen beide Ebenen in die Konfliktlösung einzubeziehen. Die tatsächliche Inanspruchnahme von Mediation entspricht allerdings nicht den hierin liegenden Möglichkeiten. Familienmediation muss daher gefördert und die bestehenden Hindernisse müssen überwunden werden. Als Idealfall ist in der Familienmediation, wie in der Mediation überhaupt, anzustreben, dass die sich in Trennung befindlichen Paare frühzeitig und freiwil- lig vor Einleitung gerichtlicher Verfahren Mediation in Anspruch nehmen. Das setzt eine Veränderung der Streitkultur innerhalb der Gesellschaft voraus – ein nur eher langfristig zu erreichendes Ziel. Die zahlreichen Projekte, von denen im Rahmen dieser Arbeit nur einige wenige beispielhaft vorgestellt werden konnten, sind hilfreiche Wegbereiter. Weitere Aufklärung und die Schaffung von Kosten- anreizen und Kostenübernahmemöglichkeiten könnten die Bereitschaft zur frei- willigen Inanspruchnahme deutlich erhöhen. I. Einführung einer Verpflichtung zum Mediationsversuch Die Darstellung der besonderen psychischen Situation, in der sich Trennungs- paare befinden, hat deutlich werden lassen, dass es tiefer liegende Gründe geben kann, die einer freiwilligen Inanspruchnahme von Mediation – zunächst – ent- gegenstehen können. Die Konfliktsituation, die zu ihrer Lösung dringend der Unterstützung Dritter bedarf, bedingt zugleich, dass diese...

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