Show Less

Umlagen im Konzern

Materiell-rechtlicher Rahmen für die Einbeziehung deutscher Gesellschaften in ein zentrales System konzerninterner Dienstleistungserbringung

Series:

Alexander Shchavelev

Bei der Gestaltung konzerninterner Leistungsbeziehungen zwischen Kostenoptimierung und Gewinnverlagerung zu Lasten schutzwürdiger Interessen werfen Dienstleistungen als unkörperliche Leistungsgegenstände spezielle Probleme auf. Die Arbeit behandelt sowohl die traditionell im Steuerrecht angesiedelten Fragestellungen, als auch die wenig behandelten Bezugspunkte zu den Grundfragen des Gesellschaftsrechts. Sie zeigt, dass die Problematik in beiden Bereichen im Wesentlichen parallel gelöst werden kann, und entwickelt einen einheitlichen Rechtsrahmen für die Einbindung deutscher Gesellschaften in ein zentrales System konzerninterner Dienstleistungserbringung. Den Anknüpfungspunkt hierfür bildet der Fremdvergleichsgrundsatz in seiner konkreten Umsetzung im deutschen Steuer- und Gesellschaftsrecht.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

Kapitel 4 Normative Vorgaben des Steuerrechts

Extract

In diesem Kapitel werden allgemeine steuerrechtliche Rahmenbedingungen darge- stellt, in welche sich der konzerninterne Dienstleistungsverkehr aus der Sicht einer daran beteiligten inländischen Gesellschaft einfügen muss. Dazu werden zuerst allge- meine Grundsätze für die Besteuerung von Leistungsbeziehungen einer inländischen Gesellschaft mit verbundenen Unternehmen dargestellt (A.). Darauf aufbauend erfolgt eine Darstellung normativer Anforderungen an und Grenzen für die Erbringung kon- zerninterner Dienstleistungen (B.). Erheblichen Einfluss auf die konkrete Umsetzung dieser Vorgaben hat der im deutschen Unternehmensrecht vorherrschende Dualismus von Personen- und Kapitalgesellschaften. Diesem Umstand wird nachfolgend durch einen entsprechenden Aufbau innerhalb der Abschnitte Rechnung getragen. Auf dieser Grundlage wird in einem dritten Schritt untersucht, inwieweit eine einheitliche Be- trachtung des konzerninternen Dienstleistungsverkehrs aus der Sicht einer daran betei- ligten inländischen Gesellschaft möglich ist und welche Folgen sich daraus für die Ge- staltung ergeben (C.). A. Grundlagen der Besteuerung von Leistungsbeziehungen einer inländischen Gesellschaft mit verbundenen Unternehmen I. Leistungsbeziehungen einer inländischen Kapitalgesellschaften Das deutsche Steuerrecht folgt bei Kapitalgesellschaften der zivilrechtlichen Anerken- nung ihrer Rechtspersönlichkeit. Als juristische Person sind diese eigenständige Steu- ersubjekte, § 1 Abs. 1 Nr. 1 KStG. Aus dieser Grundsatzentscheidung folgt die steuer- liche Anerkennung von Leistungsbeziehungen zwischen der Kapitalgesellschaft und ihren Gesellschaftern (sog. Trennungsprinzip)330. Die Gesellschafter sind ihrerseits mit den Einkünften im Zusammenhang mit ihrer Beteiligung an der Kapitalgesellschaft, also neben den Dividenden auch den Ergebnissen aus Leistungsbeziehungen mit der Gesellschaft, selbständig steuerpflichtig. Die Beteiligung ausländischer Gesellschafter an der inländischen Körperschaft (Inbound-Fall)...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.