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Probleme und Perspektiven sprechwissenschaftlicher Arbeit

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Ursula Hirschfeld and Lutz Christian Anders

Die Sprechwissenschaft entwickelt für das sprachlich-sprecherische Handeln von Menschen eine fachspezifische Problemsicht und eigenständige Lösungsansätze, die zugleich immer interdisziplinär geprägt sind. Ihre Arbeitsbereiche sind breit gefächert, sie reichen von klinischen Diagnose- und Therapieverfahren über rhetorische und sprechkünstlerische Fragestellungen bis zu normphonetischen Gegenständen und zur Sprachsynthese. Die hier zusammengestellten Publikationsfassungen von Vorträgen, die zu Ehrenkolloquien für Frau Prof. Dr. Eva-Maria Krech und Herrn Prof. Dr. Eberhard Stock gehalten wurden, und weitere Studien zu aktuellen Forschungsarbeiten, beinhalten grundsätzliche Überlegungen zur Positionsbestimmung und zu den Perspektiven einzelner sprechwissenschaftlicher Teildisziplinen. Sie zeigen die engen Zusammenhänge und Berührungspunkte der sprechwissenschaftlichen Teilbereiche und verschiedener benachbarter Wissenschaftsdiziplinen.

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Ines Bose Sprechwissenschaftliche und linguistische Auffassungen zur rhetorischenKommunikation — Gesprächsrhetorik 49

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Sprechwissenschaftliche und linguistische Auffassungen zur rhetorischen Kommunikation — Gesprächsrhetorik Ines Bose, Halle Im Folgenden werden sprechwissenschaftliche und linguistische Auffassungen über Gegenstand und Anwendung der Gesprächsrhetorik miteinander vergli- chen, um daraus Schlussfolgerungen über Positionen und Perspektiven sprech- wissenschaftlicher Rhetorik abzuleiten. Einerseits wird auf Überlappungen der Sprechwissenschaft mit der angrenzenden Disziplin Linguistik hingewiesen, an- dererseits werden Spezifika des eigenen Fachs herausgearbeitet. 1 Theorie der Gesprächsrhetorik 1.1 Sprechwissenschaftliche Auffassungen Sprechwissenschaftliche Gesprächsrhetorik, das (nicht so entfaltete) Gegenstück zur Rederhetorik, umfasst nach Hellmut Geißner (1996a, 953) die Theorie und Didaktik von Formen, Strukturen und Funktionen von Gesprächen in gesell- schaftlichen Situationen. 'Gespräch' wird als Grundbegriff für alle unmittelbar-dialogischen Formen mündlicher Kommunikation verstanden; 'dialogisch' meint hierbei, dass die Funktionsrollen von Sprechenden und Hörenden wechseln können. Diese Dialo- gizität wird nach Geißner (1996a, 954) dann rhetorisch, wenn sie wirkungsbezo- gen ist. Kriterium dafür ist die Absicht, andere zu beeinflussen mit dem Ziel der gemeinsamen Verständigung als Basis für gemeinsames Handeln (Geißner 1981, 45). Nach Norbert Gutenberg (2001, 135f.) besteht die Rhetorizität in ei- ner spezifischen Zweck-Mittel-Relation: auch rhetorische dialogische Kommu- nikationsformen sind intentional auf Wirkung ausgerichtet und basieren auf ge- lernten Mustern, sind also Produkte der Einwirkung rhetorischer t&hne. 49 Um einen theoretischen Reflexionsrahmen für die Gesprächsrhetorik zu gewin- nen, greift die Sprechwissenschaft auf Musterbildungen in der rhetorischen Tra- dition zurück, arbeitet sie kritisch auf und erweitert sie. Wenn Rhetorik insge- samt als Regelwerk über...

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