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Probleme und Perspektiven sprechwissenschaftlicher Arbeit

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Edited By Ursula Hirschfeld and Lutz Christian Anders

Die Sprechwissenschaft entwickelt für das sprachlich-sprecherische Handeln von Menschen eine fachspezifische Problemsicht und eigenständige Lösungsansätze, die zugleich immer interdisziplinär geprägt sind. Ihre Arbeitsbereiche sind breit gefächert, sie reichen von klinischen Diagnose- und Therapieverfahren über rhetorische und sprechkünstlerische Fragestellungen bis zu normphonetischen Gegenständen und zur Sprachsynthese. Die hier zusammengestellten Publikationsfassungen von Vorträgen, die zu Ehrenkolloquien für Frau Prof. Dr. Eva-Maria Krech und Herrn Prof. Dr. Eberhard Stock gehalten wurden, und weitere Studien zu aktuellen Forschungsarbeiten, beinhalten grundsätzliche Überlegungen zur Positionsbestimmung und zu den Perspektiven einzelner sprechwissenschaftlicher Teildisziplinen. Sie zeigen die engen Zusammenhänge und Berührungspunkte der sprechwissenschaftlichen Teilbereiche und verschiedener benachbarter Wissenschaftsdiziplinen.

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Anne Marie Langhans-Schönfelder Zur Dysphagietherapie im onkologischen Bereich 111

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Der Schluckvorgang läuft komplex ab. Die am Schlucken beteiligten ca. 50 Muskelpaare werden von zentralnervösen Strukturen kontrolliert. Nach Prosie- gel (2000) umfasst diese Kontrolle auf Hirnstammniveau ein efferentes und ein afferentes System sowie Schluckzentren für die Koordination der Schluckmus- kulatur. Eine Störung dieser Strukturen hat einen schmerzhaften Ablauf oder einen Nichtablauf des Schluckaktes zur Folge. Dies ist die Dysphagie. Eine Dysphagie bei onkologischen Patienten wird in der Regel nicht durch Störungen im Hirnstamm ausgelöst, es sei denn, bei dem Patienten ist ein Tumor des IV. Ventrikels diagnostiziert worden. 2 Vorüberlegungen zur Schlucktherapie Vorab empfehlen sich für den Therapeuten eine genaue Kenntnis der Kranken- akten des Patienten sowie Konsultationen mit dem behandelnden Arzt, der Di- ätassistentin und den Physiotherapeuten. Der Schlucktherapeut kennt das spezifische Krankheitsbild des Patienten, baut während des ersten Gesprächs ein Vertrauensverhältnis auf und erhält so Kennt- nis von den Ess-, Trink-, Kau- und Schluckgewohnheiten des Patienten. Als nächstes inspiziert er beim Patienten sehr vorsichtig Lippen und angrenzende Wangenbereiche, Mundwinkel, Zunge, Zähne, Mundschleimhäute, Gaumen, Uvula und Hals. Er prüft, wenn möglich, die Funktionstüchtigkeit der Epiglottis, und er ist sich auf der Basis einer ärztlichen Untersuchung sicher, dass weder Oesophagus noch Trachea z. B. perforiert sind: Es darf keine Nahrung aspiriert werden. Die Untersuchungsergebnisse werden dokumentiert. 112 3 Übersicht: Dysphagiepatienten im Jahr 2001 Die nachfolgenden Darlegungen zur Therapie der Dysphagie sind das Ergebnis täglicher Arbeit in einer onkologischen Rehabilitationsklinik, das zur...

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