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Probleme und Perspektiven sprechwissenschaftlicher Arbeit

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Edited By Ursula Hirschfeld and Lutz Christian Anders

Die Sprechwissenschaft entwickelt für das sprachlich-sprecherische Handeln von Menschen eine fachspezifische Problemsicht und eigenständige Lösungsansätze, die zugleich immer interdisziplinär geprägt sind. Ihre Arbeitsbereiche sind breit gefächert, sie reichen von klinischen Diagnose- und Therapieverfahren über rhetorische und sprechkünstlerische Fragestellungen bis zu normphonetischen Gegenständen und zur Sprachsynthese. Die hier zusammengestellten Publikationsfassungen von Vorträgen, die zu Ehrenkolloquien für Frau Prof. Dr. Eva-Maria Krech und Herrn Prof. Dr. Eberhard Stock gehalten wurden, und weitere Studien zu aktuellen Forschungsarbeiten, beinhalten grundsätzliche Überlegungen zur Positionsbestimmung und zu den Perspektiven einzelner sprechwissenschaftlicher Teildisziplinen. Sie zeigen die engen Zusammenhänge und Berührungspunkte der sprechwissenschaftlichen Teilbereiche und verschiedener benachbarter Wissenschaftsdiziplinen.

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Reinhard Wenk Zu den Schwierigkeiten bei der Eindeutschung slawischer Namen und geographischer Bezeichnungen 147

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Zu den Schwierigkeiten bei der Eindeutschung slawischer Namen und geographischer Bezeichnungen Reinhard Wenk, Berlin 1 Zur Eindeutschung generell In der deutschen Alltagssprache und den Fachsprachen kommen häufig fremde Namen und Bezeichnungen vor, die den Regularitäten und Merkmalen des Deutschen nicht entsprechen und daher spontan oder durch eine Standardisie- rung geregelt an das Deutsche angepasst werden müssen. Mitunter ist durch jahrzehntelangen Gebrauch fremder Wörter ihre Herkunft gar nicht mehr oder kaum noch erkennbar, oder es gibt deutsche Parallelformen, wie z. B. London [Tondon], Paris [pa'Nhs], Moskau, Sankt Petersburg, Warschau, Krakau, Prag, Brünn. Solche Wörter wollen wir hier ausklammern, weil sie bereits als deut- sche Wörter angesehen werden müssen. Fremde Merkmale können sich in der Schreibung bzw. in den Graphem- Phonem-Beziehungen, in der Rhythmik und in der Lautung einschließlich der Koartikulation zeigen. Da es im deutschen Sprachraum — im Gegensatz etwa zum englischen oder französischen Sprachraum — üblich ist, die Aussprache fremder Namen und Bezeichnungen der originären Form mehr oder weniger stark anzugleichen, müssen Standardisierungen für die Substitution fremder Merkmale vorgenommen werden, damit nicht jeder Sprecher seine eigene Vari- ante verwendet. Eine Ausnahme bilden dabei wohl Wörter aus dem Englischen, da diese Sprache als internationale Verkehrssprache so weit verbreitet ist, dass die originäre Aussprache zumindest annähernd gefordert werden kann. Unter "Eindeutschung" soll also eine starke Anpassung der fremdsprachigen Merkma- le an die Merkmale des Deutschen verstanden werden. Daneben wird es für den ambitionierten Sprecher und in...

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