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Probleme und Perspektiven sprechwissenschaftlicher Arbeit

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Ursula Hirschfeld and Lutz Christian Anders

Die Sprechwissenschaft entwickelt für das sprachlich-sprecherische Handeln von Menschen eine fachspezifische Problemsicht und eigenständige Lösungsansätze, die zugleich immer interdisziplinär geprägt sind. Ihre Arbeitsbereiche sind breit gefächert, sie reichen von klinischen Diagnose- und Therapieverfahren über rhetorische und sprechkünstlerische Fragestellungen bis zu normphonetischen Gegenständen und zur Sprachsynthese. Die hier zusammengestellten Publikationsfassungen von Vorträgen, die zu Ehrenkolloquien für Frau Prof. Dr. Eva-Maria Krech und Herrn Prof. Dr. Eberhard Stock gehalten wurden, und weitere Studien zu aktuellen Forschungsarbeiten, beinhalten grundsätzliche Überlegungen zur Positionsbestimmung und zu den Perspektiven einzelner sprechwissenschaftlicher Teildisziplinen. Sie zeigen die engen Zusammenhänge und Berührungspunkte der sprechwissenschaftlichen Teilbereiche und verschiedener benachbarter Wissenschaftsdiziplinen.

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Daniel Klaaß Zur Realisierung des /r/ bei österreichischen Nachrichtensprechern 177

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Zur Realisierung des /r/ bei österreichischen Nachrichtensprechern Daniel Klaaß, Berlin 1 Fragestellung und Einordnung Im vorliegenden Beitrag werden ausgewählte empirisch gewonnene Ergebnisse zur Realisierung des /r/ bei österreichischen Nachrichtensprechern dargestellt sowie überblickartig mit dem diesbezüglichen Forschungsstand und dem bun- desdeutschen Aussprachestandard verglichen. Die Datenbasis stammt aus mei- ner noch unveröffentlichten Dissertation, die sich insbesondere mit Fragen zur Standardaussprache im österreichischen Deutsch befasst und die im Rahmen der gegenwärtig in Halle vorbereiteten Neukodifizierung der deutschen Stan- dardaussprache entstand. Um Missverständnisse zu vermeiden, sind im Zusammenhang mit meinem Promotionsprojekt folgende Punkte klarzustellen (vgl. Krech 1998, 166): Daten zur Aussprache in Österreich wurden gesammelt, um an ihnen cha- rakteristische Unterschiede zwischen der bundesdeutschen und der österrei- chischen Standardvarietät der deutschen Sprache aufzuzeigen. Auf der Basis der durchgeführten Deskription des Sprechgebrauchs wird keine Normierungstätigkeit für einen etwaigen österreichischen Ausspra- chestandard angestrebt. Derartige Schritte können nur von österreichischer Seite selbst gegangen werden. Die betreffenden empirischen Untersuchungen zur österreichischen Stan- dardaussprache sind in Kooperation mit dem Institut für Germanistik der Universität Wien (Peter Wiesinger) entstanden. 177 2 Untersuchungsgegenstand und -methodik Um charakteristische Merkmale der österreichischen Standardaussprache (ÖSA) gegenüber dem bundesdeutschen Aussprachestandard zu ermitteln, wur- den als Untersuchungsgegenstand u. a. die /r/-Realisierungen ausgewählt, weil: hier nationale österreichische Varianten erwartbar sind, wie die Hypothesen und Untersuchungsergebnisse verschiedener Autoren belegen (vgl. Tab. 1), zudem ein aktueller Vergleich mit den bundesdeutschen /r/-Realisierungen möglich ist — entsprechende Untersuchungsergebnisse innerhalb des Pro- jekts zur Neukodifikation der für...

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