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Neue Chancen für Kommune und Region

Entstaatlichung, Finanzkrise, demographischer Wandel

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Edited By Carl-Hans Hauptmeyer

Entstaatlichung, Finanzkrise und demographischer Wandel werden in Politik, Verwaltung und Wissenschaft heute intensiv diskutiert. Resignative Töne sind allgegenwärtig. Wo aber sind Chancen zu erkennen? Es geht um Verantwortung in einer neuen Zivilgesellschaft! Hier gewinnt der «Dritte Sektor», das Steuerungselement neben Staat und Markt, an Bedeutung: nicht macht- und nicht gewinnorientiert. Von historischen Reflexionen am Beispiel einer mittelalterlichen Stadt über den Umgang mit alltäglicher Lebensführung in der regionalen Planung oder den Tücken des kommunalpolitischen Alltags bis hin zu der Bedeutung akademischer Bildungseinrichtungen für eine Region vereint der Band Handlungsstrategien im Kommunalen und Regionalen. Allen Beiträgen eigen ist die Überlegung, dass den kleinteiligen räumlich-gesellschaftlichen Formationen unter den aktuellen Bedingungen eine besondere Aufmerksamkeit zukommen muss.

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Dietrich Fürst. Die Bedeutung des „Dritten Sektors“ für Kommunen

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Dietrich Fürst Die Bedeutung des „Dritten Sektors“ für Kommunen Einführung Die zunehmende Finanznot der öffentlichen Hände und die finanziellen Lasten eines schnell wachsenden öffentlichen Wohlfahrtssystems haben bereits in den 1980er Jahren Ansätze hervorgebracht, die Aufgabenlast zu reduzieren („Aufga- benkritik“), sie teilweise zu privatisieren, vor allem aber die Selbsthilfekräfte der Gesellschaft stärker zu fordern (s. Enquete-Kommission 2002). Die auch heute noch immer mal wieder aufleuchtende Suche nach dem „Dritten Weg“ zwischen Sozialismus und Kapitalismus gehört in diese Bemühungen genauso hinein wie die in Politik und Wissenschaft geführten Überlegungen zum Wandel des Staa- tes in Richtung „aktivierender Staat“ und „Gewährleistungsstaat“. Während der aktivierende Staat unmittelbar die Selbsthilfekräfte stärken soll und zivilgesell- schaftliches Engagement enger in die Ko-Produktion öffentlicher Güter einbe- ziehen will, hat das Konzept des „Gewährleistungsstaates“ zum Ziel, den Staat von Aufgaben zu entlasten, die nicht-staatliche Akteure übernehmen können, dafür aber den Staat in der Verantwortung zu halten, dass die geforderten Leis- tungen in der gewünschten Qualität und Erreichbarkeit erbracht werden (Überblick über den Wandel des Staates: Benz 2008; Leibfried/Zürn 2006) Solche Bemühungen sind keineswegs auf Deutschland beschränkt, sondern finden sich vor allem auch in Groß-Britannien und den USA1. Die Einbindung 1 Unter Präsident Obama wurden in den USA das White House Office of Social Innova- tion and Civic Participation (OSICP) sowie der Social Innovation Fund (SIF) eingerich- tet; in England wurde unter der Labour-Regierung mit...

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