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Determinanten der Dividendenpräferenz deutscher Privatanleger

Eine empirische Analyse

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Adam Strzyz

Die Unternehmenspraxis zeigt, dass Anleger eine klare Vorstellung darüber haben, wie die Dividendenpolitik «ihrer» Unternehmen auszusehen hat. Weicht ein Unternehmen hiervon ab, kann es zu deutlichen Unmutsbekundungen bzw. negativen Kapitalmarktreaktionen kommen. Welche Faktoren führen aber dazu, dass der einzelne Anleger eine hohe oder eine niedrige Dividende präferiert? Seit dem Dividendenirrelevanztheorem von Miller/Modigliani aus dem Jahr 1961 hat sich eine Vielzahl von Autoren mit dieser Frage beschäftigt. Dennoch wird sie bis heute als eine der zehn ungelösten Fragen der Finanzierungstheorien bezeichnet. Im Rahmen der Arbeit wird der Frage empirisch auf Basis der Daten zweier umfangreicher Privataktionärsbefragungen nachgegangen. Dabei werden nicht nur die klassischen Theorien sondern auch verhaltensökonomische Erklärungsansätze aufgearbeitet und auf ihre Gültigkeit hin überprüft.

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5 Zusammenfassung und Ausblick

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5.1 Zusammenfassung Im Rahmen der vorliegenden Arbeit wurde die Dividendenpräferenz deutscher Privatanleger empirisch untersucht. Die Datengrundlage bildeten zwei umfang- reiche Privataktionärsbefragungen zu den Jahreswechseln 2003/2004 bzw. 2007/2008, bei denen 800.000 bzw. 400.000 Anleger postalisch kontaktiert worden waren. Hinsichtlich Art und Umfang grenzt sich die Untersuchung, die letztlich auf Individualdaten von ca. 74.000 bzw. 38.000 Anlegern aufsetzt, deutlich von den bisherigen, zumeist auf Kapitalmarktinformationen beruhenden Studien zur Dividendenrelevanz ab. Während sich international noch eine hand- voll annähernd vergleichbarer Untersuchungen findet, sind entsprechende Arbei- ten aus Deutschland bislang gänzlich unbekannt. Nach dem Dividendenirrelevanztheorem von Miller/Modigliani (1961) soll- ten Anleger der Ausschüttungsentscheidung eines Unternehmens grundsätzlich indifferent gegenüberstehen, da allein der durch den Investitionsplan determi- nierte Gewinn für die Vermögensposition des Anlegers entscheidend ist. Dar- über hinaus können Anleger den Dividendenstrom durch den Kauf und Verkauf von Aktien theoretisch nach Belieben verändern. Die Neutralisierung der vom Unternehmen gewählten Ausschüttungsentscheidung mittels „selbstgemachter“ Dividenden ist jedoch nur unter einer Reihe von Annahmen möglich, die in der Realität zumeist nicht erfüllt sind. Dementsprechend ist es kaum verwunderlich, dass lediglich ca. 3 % der antwortenden Privatanleger angeben, keine bestimmte Dividendenpolitik zu be- vorzugen. Der Rest hat hingegen klare Vorstellungen davon, wie die Ausschüt- tungsentscheidung auszusehen hat, wobei die Antworten keineswegs einheitlich ausfallen. Stattdessen decken sie das gesamte Spektrum möglicher Dividenden- präferenzen – von vollständiger Thesaurierung bis zu vollständiger Ausschüt- tung – ab. Während die Erkenntnis von...

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