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Interkulturelle Erkundungen

Leben, Schreiben und Lernen in zwei Kulturen- Teil 1

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Edited By Andrea Benedek, Renata Alice Crisan and Szabolcs János

Der Band vereint die Beiträge der IV. Internationalen Germanistentagung, die unter dem Titel Interkulturelle Erkundungen. Leben, Schreiben und Lernen in zwei Kulturen im September 2010 an der Christlichen Universität Partium in Oradea (Rumänien) stattfand. Der im Zeichen der Interdisziplinarität gestaltete Band beinhaltet sowohl Studien zu Literaturgeschichte, Theaterwissenschaft, Presseforschung als auch Beiträge zu den deutschen Regionalliteraturen und zur Rezeptionsgeschichte der deutschen Literatur im nichtdeutschsprachigen Raum.

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„Grüne Mutter Bukowina“. Die Erinnerungslandschaft Bukowina in der Lyrik Rose Ausländers. Klaus Hammer (Berlin)

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306 Csaba Szabó auch die Vervielfachung der Wurzeln, und zwar darum, weil es immer auch zur partiellen Entwurzelung kommt. Dieser Prozess nötigt aber auch die Einwurze- lung gewährenden Umgebungen und Kulturen zur Selbstöffnung für andere Umgebungen und Kulturen, sonst würden sie sich aufzehren. Eine innere Nöti- gung, sich anderen auszusetzen, sich teilweise zu entwurzeln. Aber erst so kön- nen sie sich auf die eigenen geteilten Wurzeln in der Vergangenheit besinnen, sich wiedereinwurzeln, und erst so bedeutet der Kontakt unter den verschiede- nen kulturellen Umgebungen nicht eine einseitige oder gegenseitige Verzeh- rung. Wie aber Weil diesen Prozess und was sie als dessen Geheimnis denkt, das die völlige Aufzehrung aller seelischen Nahrungen vielleicht verhindert, dies kann erst besser begriffen werden, wenn man beachtet, dass der Mensch Weil zufolge auch geistig, in den Himmel einwurzeln kann, was eine andersartige (die irdischen Wurzeln aber nicht zerstörende) Entwurzelung bedeutet. Weil meint, dass jede Kultur als ein eigenartiges Gebilde von mittelbaren Ausdrücken des Respekts vor dem Menschen geistige Wurzeln hat. Mir scheint, für Weil sollte es im interkulturellen Austausch letzten Endes auf diese Wurzeln ankommen, und darauf, in den interkulturellen Kontakten – die von irdischen Interessen ge- leitet sind und mit einer partiellen oder im letzten Jahrhundert „beinahe totalen“ Entwurzelung einhergehen – mitten in der wachsenden Entwurzelung die Mög- lichkeit einer neuen geistigen Einwurzelung wahrzunehmen, indem solche Wur- zeln erst in den interkulturellen Kontakten wieder zum Vorschein kommen kön- nen. Warum sagt aber Weil, dass...

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