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Interkulturelle Erkundungen

Leben, Schreiben und Lernen in zwei Kulturen- Teil 1

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Andrea Benedek, Renata Alice Crisan and Szabolcs János

Der Band vereint die Beiträge der IV. Internationalen Germanistentagung, die unter dem Titel Interkulturelle Erkundungen. Leben, Schreiben und Lernen in zwei Kulturen im September 2010 an der Christlichen Universität Partium in Oradea (Rumänien) stattfand. Der im Zeichen der Interdisziplinarität gestaltete Band beinhaltet sowohl Studien zu Literaturgeschichte, Theaterwissenschaft, Presseforschung als auch Beiträge zu den deutschen Regionalliteraturen und zur Rezeptionsgeschichte der deutschen Literatur im nichtdeutschsprachigen Raum.

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Kein Ort. Nirgends. Herta Müllers Poetik der Ortlosigkeit nebst einigen Bemerkungen zur Poetik des Raumes allgemein. Werner Jung (Duisburg/Essen)

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Kein Ort. Nirgends. Herta Müllers Poetik der Ortlosigkeit nebst einigen Bemerkungen zur Poetik des Raumes allgemein Werner Jung (Duisburg/Essen) I. Selig waren die Zeiten. Vielleicht. Doch ist spätestens seit der Relativitätstheorie von 1905 der gleichförmige Newtonsche Raum der Täuschung und Fiktion über- führt worden. „Einstein“, so Marshall McLuhans flapsige Formulierung, „ver- kündete das Ende des kontinuierlichen oder ‚rationalen‘ Raums, und der Weg für Picasso, die Marx-Brothers und MAD war frei.“1 Das Ich muß sich, nicht zuletzt auch seinen Raum neu (er-)finden. Literatur und Kunst, das System der Künste insgesamt unter Einschluß der Reflexion über neue mediale Formen – sie sind gewiß nicht die schlechtesten Statthalter, um den vakant gewordenen Raum durch neue Räumlichkeiten und Raumkonzepte zu ersetzen. Dabei verwundert einen allerdings, daß, obwohl Literaturwissenschaft und Ästhetik schon seit geraumer Zeit behaupten, daß „der Raum in der Dichtung […] ein eigenständiges Gestaltungselement bildet, das […] die Struktur des Werkes bestimmt“2, auch daß der Raum gleichsam „erst neu geschaffen“ wird3, Fragen nach Raum und Räumlichkeit, nach der Spatialität selten explizit behan- delt worden sind. Offenbar mag das alte Lessingsche Diktum aus dem Laokoon über die Raum- vs. Zeitkunst, über die darstellenden Künste auf der einen, die Literatur auf der anderen Seite, nachgewirkt und die Sichtweise eingeschränkt haben.4 Einer der immer wieder zitierten Ausnahmen ist Gaston Bachelards an der Phänomenologie orientierter Großessay über die Poetik des Raumes, in dem der Autor literarische „Bilder des glücklichen...

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