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Interkulturelle Erkundungen

Leben, Schreiben und Lernen in zwei Kulturen- Teil 1

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Edited By Andrea Benedek, Renata Alice Crisan and Szabolcs János

Der Band vereint die Beiträge der IV. Internationalen Germanistentagung, die unter dem Titel Interkulturelle Erkundungen. Leben, Schreiben und Lernen in zwei Kulturen im September 2010 an der Christlichen Universität Partium in Oradea (Rumänien) stattfand. Der im Zeichen der Interdisziplinarität gestaltete Band beinhaltet sowohl Studien zu Literaturgeschichte, Theaterwissenschaft, Presseforschung als auch Beiträge zu den deutschen Regionalliteraturen und zur Rezeptionsgeschichte der deutschen Literatur im nichtdeutschsprachigen Raum.

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„Atemwende“ – „Atemschaukel“. Paul Celan und Herta Müller: Differenzen und Homologien. Cristina Rita Parau (Düsseldorf)

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372 Antonia Opitz lässt Leopold Auberg fluchtartig die Hütte. Auf dem Heimweg überfällt ihn das Heimweh, und obwohl er es durch Singen zu vertreiben sucht, fühlt er sich in der Einsamkeit der Steppe elender und verlorener als je zuvor. War also die mütterliche Geste der russischen Frau vergeblich? Im Gegen- teil. Nur ließ sie sich unter den tragisch-verworrenen historischen Umständen nicht unvermittelt von dem einen Menschen auf einen anderen übertragen. Im schneeweißen Batist-Taschentuch aber bleibt sie aufgehoben für immer. Von ihm, diesem Sinnbild von Schönheit und mütterlicher Fürsorge, trennt sich Leo- pold Auberg nie mehr, zusammen mit dem Abschiedssatz seiner deutschen Großmutter „ICH WEISS DU KOMMST WIEDER“25 hilft es ihm zu überleben: „Ich schäme mich nicht, wenn ich sage, das Taschentuch war der einzige Mensch, der sich im Lager um mich kümmerte. Ich bin mir sicher, auch heute noch.“26 25 MÜLLER [Anm. 8], S. 14. 26 Ebd., S. 80. „Atemwende“ – „Atemschaukel“. Paul Celan und Herta Müller: Differenzen und Homologien Cristina Rita P�r�u (Düsseldorf) Der König Der Ausnahmezustand Auf der Frankfurter Buchmesse 2009 hat der österreichische Kulturjournalist Ernst Grandits für den Fernsehsender 3Sat mit Herta Müller ein langes Interview geführt. An den Zweifel Herta Müllers, dass Sprache immer Heimat sei, anknüp- fend, versuchte Grandits eine gemeinsame sprachliche Basis zwischen ihr und Paul Celan zu konstruieren, indem er Celan als den „Dichter der Ferne“ be-...

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