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Interkulturelle Erkundungen

Leben, Schreiben und Lernen in zwei Kulturen- Teil 1

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Edited By Andrea Benedek, Renata Alice Crisan and Szabolcs János

Der Band vereint die Beiträge der IV. Internationalen Germanistentagung, die unter dem Titel Interkulturelle Erkundungen. Leben, Schreiben und Lernen in zwei Kulturen im September 2010 an der Christlichen Universität Partium in Oradea (Rumänien) stattfand. Der im Zeichen der Interdisziplinarität gestaltete Band beinhaltet sowohl Studien zu Literaturgeschichte, Theaterwissenschaft, Presseforschung als auch Beiträge zu den deutschen Regionalliteraturen und zur Rezeptionsgeschichte der deutschen Literatur im nichtdeutschsprachigen Raum.

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„sie wissen, dass man sich nicht richtig erinnern darf, sonst bricht einem das Herz entzwei“. – Der Erinnerungsdiskurs der ungarndeutschen Gegenwartsliteratur. Eszter Propszt (Szeged)

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408 Andrea Meixner Erst der Roman Zaira verändert diese Wahrnehmung von interkultureller als ‚gespaltener’ Identität: Hier treten Figuren auf, die ihre persönlichen interkultu- rellen Lebensläufe mit sich tragen und daraus eigene, ebenso interkulturelle I- dentitätsentwürfe gestalten. Gesellschaften als solche erhalten dabei einen schwebenden, veränderlichen Charakter. Florescu zeichnet hier einen postmo- dernen Gesellschaftsentwurf, in dem es nicht mehr allein Migrationsbewegun- gen sind, die den Menschen vor die Frage stellen, wie er seine Identität, seinen Begriff von Heimat und seine Bezugspunkte definieren soll. Durch die Romane hindurch zieht sich eine Entwicklung dieser Bezugs- punkte weg von nationalen Kategorien und Orten, hin zu zwischenmenschlichen und ideellen Werten. Für Teodor wird es die soziale Zugehörigkeit zu einer dörflichen Gemeinschaft, die ihm Halt gibt. Ovidiu bleibt die Hoffnung auf eine gemeinsame Zukunft mit Zsófia, und auch in Zairas Lebenslauf sind vor allem Menschen, nicht Orte, die Fixpunkte. Die ausgeprägte Vielfalt der Einflüsse und Konzepte, die durch eine von Mobilität und kulturellen Überlagerungen gezeichnete Gegenwart nicht nur für Migranten mehr und mehr zur Selbstverständlichkeit wird, führt potenziell zum Empfinden von Spaltung und Verunsicherung. Sie garantiert aber auf der ande- ren Seite auch neue Chancen zur Selbstverwirklichung und ein breiteres Hand- lungs- und Identifikationsspektrum, das durchaus Potenziale für eine veränderte Zukunft im positiven Sinne aufzeigt. „sie wissen, dass man sich nicht richtig erinnern darf, sonst bricht einem das Herz entzwei“. – Der Erinnerungsdiskurs der ungarndeutschen Gegenwartsliteratur Eszter Propszt...

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