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Transurbane Lebenswelten in Bozen

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Peter Volgger

Dieses Buch liefert neue Erkenntnisse im Bereich der Grundlagenforschung zu Migration und Stadt und zeigt innovative Methoden der Stadtforschung am Beispiel senegalesischer Migranten in Bozen auf. Die Improvisationen dieser Menschen schaffen Öffnungen für neue urbane Situationen und kreative Verbindungslinien zwischen dem Globalen und dem Lokalen. Die entstehenden Phänomene können an einem konkreten Ort sichtbar gemacht werden. Die zentrale Aussage ist, dass die Muriden in Bozen ein authentisches Fragment – ein «afrikanisches Dorf» – bewohnen, das nicht einfach mit Begriffen des normativen Raums zu erklären ist. Es entstehen selbstautorisierte Strukturen, die zu einer Neuverteilung von Aktivitäten und Rollen jenseits der Räume führen, die uns vertraut sind.
Diese Arbeit hat 2011 den ersten Preis des Südtiroler JungakademikerInnenforums gewonnen.

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I DAS MEER

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1.1 Transurbane Topologie 1.1.1 Entwurf einer transurbanen Topologie Das topologische Denken war im Architekturdiskurs stets wirksam und hat der Disziplin entscheidende Impulse gegeben. Für GÜNZEL geht es in der topologi- schen Betrachtung darum, ‚Entsprechungen im Verschiedenen [zu] beschreiben‘.50 Die Topologie sieht Räume relational und betrachtet die dabei entstehenden Be- ziehungen als prinzipiell transformatorisch. Sie ermöglicht es, komplexe, nicht- repräsentierbare Dinge räumlich zu beschreiben. Sie zeigt, was bei komplexen Vorgängen gleich bleibt, „[...] wenn ein Betrachter meint, etwas habe sich verändert.“51 Die topologische Betrachtung eignet sich also, um „Entsprechungen im Verschiedenen [zu] beschreiben“,52 denn Migration macht durch ihren globalen Maßstab die Destabilsierung des urba- nen Kontextes deutlich. Die topologische Beschreibung ermöglicht es, den tradier- ten Urbanismus von seinen Fixpunkten zu lösen und in die Richtung des ‚Trans- Urbanen‘ zu erweitern. Dieser neue Urbanismus ist paradox und experimentell, er beschreibt großmaßstäbliche Phänomene und kann nach ‚topologischen Inva- rianten‘ differenziert werden. Mit dem Aufdecken dieser Invarianten durch ein Vergleichsverfahren kann gezeigt werden, wie in den vielfältigen Transformati- onsprozessen Stabilität und Kohäsion möglich sind. Das Schließen vom Lokalen aufs Globale, die kontextuelle Frage und die Loslösung vom Umgebungsbegriff sind typisch topologisch. Die ‚homotopen funktoriellen Invarianten‘53 erzeugen die Verbindungslinien zwischen dem Globalen und dem Lokalen, losgelöst von einem nur lokalen Umgebungsbegriff. 50 Günzel 2007 (b), S. 21 51 Ebd. 52 Ebd. 53 Huber 2002, S. 239 38 Abb. 1:...

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