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Zukunftsbezogene Äußerungen im Mittelhochdeutschen

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Yvonne Luther

Gegenstand dieser Untersuchung ist die Beschreibung futurischer Ausdrucksformen im Mittelhochdeutschen. Ausgehend von der funktionalen Bestimmung von Äußerungen als «zukunftsbezogen» werden die entsprechenden ausdrucksseitigen sprachlichen Mittel anhand eines strukturierten Primärquellenkorpus erfasst. Auf diese Weise können die futurischen Ausdrucksmöglichkeiten des Mittelhochdeutschen in ihrer Komplexität analysiert und beschrieben werden. Neben der statistischen Auswertung, die die Verwendung der einzelnen Formen in den untersuchten Zeiträumen detailliert darstellt, werden auch Einflussfaktoren der Formenwahl behandelt.

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Einleitung

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Die vorliegende Arbeit steht im Zusammenhang mit der aktuellen, auf Primär­ quellen basierenden wissenschaftlichen Forschung zur Grammatik des Mit­ telhochdeutschen. Das von 1997 bis 2009 durch die DFG geförderte Projekt „Mittelhochdeutsche Grammatik“ verfolgt das Ziel, eine neue wissenschaft­ liche Grammatik des Mittelhochdeutschen zu erarbeiten.1 Die Grundlage der bisherigen einschlägigen Grammatikographie bildeten i.d.R. ,normalisierte‘ Editionen, deren vereinheitlichte (Dichter-)Sprache heute weitgehend als Kons­ trukt späterer Eingriffe gilt.2 Die Erstellung eines diachron und diatopisch strukturierten, auf den Handschriften aufbauenden Quellenkorpus bildete die Voraussetzung für eine umfassende und repräsentative Darstellung der Sprache der mittelhochdeutschen Periode. Im Zuge dessen wird die in der Vergangen­ heit übliche - auch durch ein stark literaturwissenschaftlich geprägtes Interesse am Mittelhochdeutschen beförderte - Konzentration auf Texte der sogenannten höfischen Literatur vermieden, da diese der sprachlichen sowie textsortenspe­ zifischen Heterogenität der mittelhochdeutschen Quellen nicht gerecht wird. Um ein diachron und diatopisch differenziertes Gesamtbild der Sprachperiode zu erarbeiten, ist eine „dynamische Grammatik“ (Klein 1991: 22) vonnöten, welche die sprachlichen Merkmale der Primärquellen auswertet und umfassend vergleicht. Darüber hinaus folgt die aktuelle Grammatikforschung zum Mittelhochdeut­ schen einer funktionalen und historisch-synchronen Perspektive, die bereits an­ hand des Frühneuhochdeutschen3 erprobt und methodisch umgesetzt wurde. Die methodische Neuorientierung rückte zunächst v.a. die Wortbildung des Mittel­ hochdeutschen in den Mittelpunkt der linguistischen Theoriebildung und Auf­ arbeitung sprachhistorischer Probleme.4 Untersuchungen am Bochumer Mittel­ hochdeutschkorpus, die syntaktische Problembereiche behandeln, stehen bisher 1 Bereits erschienen ist Band III W ortbildung (K lein/Solm s/W...

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