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Zukunftsbezogene Äußerungen im Mittelhochdeutschen

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Yvonne Luther

Gegenstand dieser Untersuchung ist die Beschreibung futurischer Ausdrucksformen im Mittelhochdeutschen. Ausgehend von der funktionalen Bestimmung von Äußerungen als «zukunftsbezogen» werden die entsprechenden ausdrucksseitigen sprachlichen Mittel anhand eines strukturierten Primärquellenkorpus erfasst. Auf diese Weise können die futurischen Ausdrucksmöglichkeiten des Mittelhochdeutschen in ihrer Komplexität analysiert und beschrieben werden. Neben der statistischen Auswertung, die die Verwendung der einzelnen Formen in den untersuchten Zeiträumen detailliert darstellt, werden auch Einflussfaktoren der Formenwahl behandelt.

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II. Materialgrundlage

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Die vorliegende Untersuchung wurde anhand einer Auswahl von 30 Handschrif­ ten des Bochumer Mittelhochdeutschkorpus durchgeführt. Nachträglich wurden zwei Urkunden-Hss. als Zusatz aufgenommen. Die Ergebnisse der Untersuchung der Urkunden fließen nicht in die allgemeinen Angaben ein, sie dienen ledig­ lich als Vergleichsmaterial, da erst in den letzten beiden Zeiträumen des Korpus Urkunden vorliegen. Zudem ist bei dieser Textart durch ihren normativen Cha­ rakter von anderen inhaltlichen Voraussetzungen auszugehen. II.1 Das Bochumer Mittelhochdeutschkorpus Im Rahmen des DFG-Projektes „Mittelhochdeutsche Grammatik“ wurde ein Korpus erstellt, das die Grundlage für eine systematische, handschriftenbasierte Aufarbeitung der Grammatik der mittelhochdeutschen Periode bildet (vgl. Klein 1991, Wegera 2000). Die zugrunde gelegten Kriterien dienen dem Ziel, eine potentielle Vertretbarkeit der Überlieferung in allen wesentlichen Strukturen und Merkmalen zu gewährleisten. Das Korpus folgt den vier Grundprinzipien der Handschriftentreue, der Homo­ genität der Sprachquellen, der Strukturierung des Korpus und des dynamischen Korpus. Der Rückgriff auf die Handschriften (i.d.R. in Form von Mikrofilmen oder Faksimiles) dient dazu, die früher verbreitete Editionspraxis der ,norma- lisierten‘ Textausgabe und die damit verbundenen Eingriffe in die Quellen zu überwinden. Die Homogenität der Sprachquellen soll auf zeitlicher, räumlich­ dialektaler sowie personaler Ebene gegeben sein. D.h. zwischen der verwendeten Hs. und dem ursprünglichen Text sollten max. 50 Jahre liegen, um längerfristige diachrone Entwicklungen auszuschließen, die die Diskrepanz zwischen Original und Überlieferung verstärken. Das Kriterium der räumlich-dialektalen Homoge­ nität verlangt, dass die verwendete Hs. im gleichen oder zumindest benachbarten Sprachraum entstanden ist...

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