Show Less

Der strafrechtliche Schutz des Rechts am eigenen Bild vor dem neuen Phänomen des Cyber-Bullying

Eine Untersuchung der Normanwendungs- und Auslegungsprobleme der strafrechtlichen Bildnisschutzvorschriften bei deren Verletzung im Rahmen von Internetdelikten

Series:

Ricarda Leffler

In den vergangenen Jahren hat das Phänomen des Cyber-Bullying stark an Bedeutung gewonnen. Der strafrechtliche Umgang mit den neuen Medien ist jedoch in wesentlichen Bereichen noch kaum durchdrungen. Die im Rahmen des Cyber-Bullying erstellten und verwendeten Bilder können das Individualrechtsgut des Rechts am eigenen Bild gefährden und verletzen. Deshalb stellt sich die Frage, wie das Phänomen des Cyber-Bullying vor dem Hintergrund des strafrechtlichen Bildnisschutzes zu beurteilen ist. Die Arbeit stellt die Erscheinungsformen, Kategorisierungen und Verbreitungsmedien des Cyber-Bullying dar. Daran schließt sich die Untersuchung der Anwendbarkeit und Einschlägigkeit der Bildnisschutzvorschriften auf die Handlungen des Cyber-Bullying anhand der Strafvorschriften des KUG, GewSchG, TKG, BDSG sowie der LDSGe und des StGB an. Darüber hinaus werden die einschlägigen Strafvorschriften miteinander verglichen und Wertungswidersprüche aufgezeigt. Ferner wird die Frage beantwortet, ob der strafrechtliche Bildnisschutz im Zusammenhang mit Taten des Cyber-Bullying durch Art. 5 GG beschränkt werden muss.

Prices

See more price optionsHide price options
Show Summary Details
Restricted access

2. Teil: Das Phänomen Cyber-Bullying

Extract

4. Kapitel: Begriff, Erscheinungsformen, Kategorisierungen Vor dem Hintergrund, dass die strafrechtliche Bedeutung des Cyber-Bullying in der juristischen Literatur sowie in der Rechtsprechung noch keinen Einzug ge- funden hat, soll dieses Kapitel der Begriffsdefinition „Cyber-Bullying“, der Dar- stellung seiner Erscheinungsformen und Kategorisierungen sowie seiner Verbrei- tungsmedien dienen. Lediglich Beck481 hat sich in einem Aufsatz mit diesem Phänomen ansatzweise hinsichtlich der strafrechtlichen Relevanz, den Schwie- rigkeiten der Sachverhaltsermittlung sowie der strafprozessualen Besonderheiten bei jugendlichen Straftätern auseinandergesetzt. A. Begriff des Cyber-Bullying Der Begriff Cyber-Bullying ist nicht legaldefiniert. Auch in der juristischen Lite- ratur oder der Rechtsprechung ist keine Definition zu finden. Die erziehungs- und kommunikationswissenschaftliche sowie psychologische Literatur hat sich jedoch bereits mit einiger Intensität mit den Ursachen und Auswirkungen des Phänomens Cyber-Bullying auseinandergesetzt und verschiedene Definitionsver- suche vorgenommen, die auch für die juristische Untersuchung von Bedeutung sind und übertragen werden können. Der Ausgangspunkt für Cyber-Bullying ist im traditionellen Mobbing zu finden, deren Weiterentwicklung es in der virtuel- len Welt darstellt482. I. Ausgangspunkt „Mobbing“ Das Phänomen Mobbing unter Schülern sowie unter Lehrpersonen und Schülern ist in der realen Welt kein neues. Das Wort „Mobbing“ ist jedoch erst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts aus dem Englischen übernommen worden. Nach der Definition im Duden – Herkunftswörterbuch bezeichnet es eigentlich das „ständige Schikanieren von Arbeitskollegen mit der Absicht, sie vom Ar- 481 Beck, MMR 2008, 77 ff. 482 Stephan, S. 15. 108 beitsplatz zu vertreiben“483. Diese Handlungen lassen sich aber auch...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.