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«Barocco Leccese»

Eine Sonderform des Barock betrachtet in Lecce an der Basilika Santa Croce

Sabina Costede

Exzentrischer Ideenreichtum und eigenwillige Originalität zeichnen den Lecceser Barock aus, der sich auf der salentinischen Halbinsel Italiens um Lecce im 16. Jahrhundert etabliert hat. Ist das Außergewöhnliche dieser Stilrichtung zwar längst erkannt, so ist sie in der deutschsprachigen Fachwelt bisher jedoch kaum gewürdigt und auch in der italienischen Kunstgeschichte erst in jüngerer Zeit in Ansätzen erforscht worden. Diese Analyse belegt die Berechtigung, ja sogar die Notwendigkeit, den Barocco Leccese als eine Sonderform des Barock den allgemein bekannten Formen des Barock ebenbürtig gegenüberzustellen. Die Verfasserin weist dies in einer umfassenden Neubewertung jener eigenwilligen Baukunst durch neue, bisher nicht erkannte Aspekte mit Blick auf die Basilika Santa Croce nach.

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13 Schlussbetrachtung

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Die vorliegende Arbeit will Aussagen in verschiedenerlei Hinsicht machen: Allgemein zum Bau- stil des „Barocco Leccese“, des Weiteren zur Architektur der Basilika Santa Croce und ihrer he- rausgehobenen Bedeutung für den in Lecce typischen architektonischen Stil, dann auch zu den Bezügen, die die Kirche zur Architektur der Stadt und den weiteren Bauwerken aufweist, und schließlich zu dem, was aus der Kirche Santa Croce zu dem Betrachter, zu den Gläubigen spre- chen soll und spricht. Der Baustil des Lecceser Barock ist zu seiner Zeit eine eigenständige Kunstform der Kultur des Salento. Sie setzt Architektur und Dekor in einer eigenwilligen Weise zueinander in Beziehung. Diesen Lecceser Barock und mit ihm Santa Croce dem römischen Barock als einem Vergleichs- maßstab gegenüberzustellen, wird dem nicht gerecht. Sie als einen Ableger des spanischen Barock zu betrachten, ist verfehlt. Vielmehr spricht der Lecceser Barock seine eigene Sprache. Diese Kunstform hat vielfältige Wurzeln. Ihre Ausprägung ist durch soziokulturelle, wie histori- sche, politische und religionsgeschichtliche Komponenten bedingt, die aus künstlerischen Ein- flüssen und dem Lebensgefühl ihrer Gegenwart schöpfen. Eine besondere Bedeutung für die Um- setzung dieses regionalen Stils in barocke Bauten kommt dem großzügigen Stadtausbau durch Kaiser Karl V. im 16. Jahrhundert, dem überraschenden Sieg über das Osmanische Reich, der Umsetzung des Konzils von Trient sowie dem städtebaulichen Eifer einflussreicher Bischöfe in Lecce zu. Hinzu kam die Konkurrenz zahlreicher christlicher Orden, die das geistig-kulturelle Klima der Stadt geprägt...

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