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Die Behandlung von Gesellschafterdarlehen in der Insolvenz in Deutschland und den USA

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Vincent Braunschweig

Diese Arbeit befasst sich mit dem Recht der Gesellschafterdarlehen, einer Schnittstelle des Gesellschafts- und Insolvenzrechts. Gesellschafterdarlehen spielen sowohl in Deutschland als auch in den USA zur Finanzierung von Unternehmen eine herausragende Rolle. Kommt es zu einer Insolvenz, kennen beide Rechtsordnungen Regelungen zur Sonderbehandlung von Gesellschafterdarlehen. Diese Regelungen werden zunächst für jede Rechtsordnung separat erläutert. Im Anschluss werden die Regelungssysteme einander gegenübergestellt und rechtsvergleichend analysiert und bewertet. Es zeigt sich, dass das deutsche Recht der Gesellschafterdarlehen im Vergleich zu den USA durch eine große Rechtssicherheit und ein hohes Gläubigerschutzniveau überzeugt.

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§ 1 Einleitung

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I. Allgemeine Einführung Das Szenario ähnelt sich immer wieder: eine Gesellschaft befindet sich in einer finanziellen Schieflage und benötigt dringend neues Kapital. Die Gesellschafter stehen nun vor der Wahl, das benötigte Kapital als zusätzliches Eigenkapital in die Gesellschaft einzubringen oder der Gesellschaft Fremdkapital in Form eines Gesellschafterdarlehens zur Verfügung zu stellen. Kommt es trotzdem zu einer Insolvenz der Gesellschaft, wäre aus der Sicht der Gesellschafter das Eigenkapi- tal verloren. Bei Gewährung eines Darlehens wären die Gesellschafter hingegen Gläubiger der Gesellschaft und könnten theoretisch Befriedigung in Höhe der In- solvenzquote erlangen.1 Eine solche Befriedigung auch der Gesellschafter würde die Insolvenzquote der übrigen Gläubiger schmälern und würde daher zu deren Lasten gehen. Schon auf den ersten Blick erscheinen eine solche Ungleichbehandlung der Gewährung von Eigen- oder Fremdkapital und die damit verbundenen Ergebnis- se ungerecht. Zudem ist zu bedenken, dass Kapitalgesellschaften in Deutschland und den USA als eigenständige Rechtssubjekte ausgestaltet sind, deren Haftung auf das Gesellschaftsvermögen beschränkt ist.2 Die Gesellschafter haften nur mit ihrer Einlage, nicht aber mit ihrem Privatvermögen. Entscheiden sich die Ge- sellschafter also in dem geschilderten Szenario für die Gewährung eines Gesell- schafterdarlehens, würden sie kein weiteres Eigenkapital zur Verfügung stellen, d.h., sie würden ihre – der Haftung zugänglichen – Einlage nicht vergrößern. Stattdessen würden sie in der Insolvenz der Gesellschaft sogar wie Gläubiger be- 1 Eidenmüller, FS Canaris, S. 49 sowie...

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