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«... notwendig und schön zu wissen, auf welchem Boden man geht»

Arbeitsbuch Uwe Kolbe

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Edited By Stefan Elit

Seit Mitte der 1970er Jahre entsteht Uwe Kolbes literarisches Werk. Zwar gibt es bereits wissenschaftliche Arbeiten zu einer Reihe seiner Gedichte sowie kleinere Darstellungen zu seinem Werk, ein umfassender Überblick liegt jedoch nicht vor. Anliegen des Bands ist es, in diesem Sinne Linien zu ziehen und Perspektiven aufzumachen. Er bietet dafür als Arbeitsbuch verschiedene Annäherungsformen (Interviews, Essays, Zeitzeugen- und Weggefährten-Äußerungen sowie kleinere künstlerische Texte) und gliedert sich in drei große Teile: Ein erster Bandabschnitt widmet sich Kolbes Leben und Werk bis zum Verlassen der DDR, ein zweiter Abschnitt versammelt Beiträge vor allem zum lyrischem Werk und internationalen Kontakten seit Mitte der 1980er Jahre und ein dritter Abschnitt wendet sich Kolbes neuestem Schaffen zu.

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Neueste Wege und Fragen

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257 Leben und Schreiben Gespräch mit Uwe Kolbe HANNES KRAUSS Uwe Kolbe hat bislang zwei Essaybände veröffentlicht. In den Texten des ers- ten1 widmet er sich in bedächtiger Selbsterkundung seinen mehr oder weniger verschütteten Erinnerungen, um rückblickend das, was war, vielleicht verste- hen zu können: „Das Sammelgebiet DDR ist für Philatelisten und andere Blüten- leser abgeschlossen. Für den Autor fängt das Sammeln erst an.“2 Nicht nur im Titelessay geht es um die Rolle der Intellektuellen im Zeitalter deutscher Zwei- staatlichkeit und – konkreter – um den Dichter-Beruf in einem totalitäten Sys- tem. Kolbe provoziert gleichermaßen durch zweifelnde Subjektivität wie ent- schlossenes Urteilen. Im vollen Bewusstsein seiner berufsbedingten Randexis- tenz pflegt er die am Rande der Gesellschaft gedeihenden Tugenden: Illusions- losigkeit und Unabhängigkeit des Fragens. Gut zehn Jahre später setzt er die Tradition der beiläufigen (Rück-)Blicke auf das eigene Leben, auf die Literatur und auf Deutschland fort; Vinetas Archive3 versammelt Essays, die im ersten Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts entstanden sind. Einige davon bildeten den Ausgangspunkt für das folgende Gespräch: über die Herkunft, das Schreiben, die deutschen Verhältnisse und anderes mehr. HK Dein erster Essay-Band (Renegatentermine) versammelt Texte aus den neunzi- ger Jahren, Dein zweiter (Vinetas Archive) solche aus dem Folgejahrzehnt. Ist es Absicht oder Zufall, dass Du das erste und das zweite Jahrzehnt nach dem Ende der DDR jeweils in einem eigenen Band verarbeitet hast? KOLBE Vermutlich ist es Zufall,...

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