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Sprachdenker

Iris Forster, Tobias Heinz and Martin Neef

Der Band Sprachdenker versammelt 14 Porträts von Persönlichkeiten, die wichtige Impulse zum abendländischen Denken über Sprache gegeben haben, verfasst von 14 verschiedenen Autoren. So unterschiedlich die einzelnen Texte konzeptionell und stilistisch gestaltet sind, finden sie ihren Zusammenhalt in ihrer Bindung an Ideen, Theorien und Modellierungen je eines einzelnen Individuums. Diese Konzeption basiert auf der Überzeugung, dass die auf einzelne Sprachdenker bezogenen Inhalte und Formen des Sprachdenkens gerade in ihrer Perspektivierung, Standortgebundenheit und Ausschnitthaftigkeit authentisch sind und ihr Potential entfalten. Nicht die ehrfurchtsvolle Haltung unkritischer Bewunderung prägt den Duktus der Beiträge, sondern das konstruktive Neu-Befragen von Sprachdenkern, deren Ideen und Konzepte als Manifestationen fremder Denkkraft gegenwärtig und wirkungsmächtig bleiben.

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Teil 1. Genese und Gestalt: Linguistische Konzeptionen des Sprachstudiums

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Teil 1 Genese und Gestalt: Linguistische Konzeptionen des Sprachstudiums „Ich glaube zeigen zu können, dass es da ein bisher ganz vernachlässigtes Studium giebt“: Wilhelm von Humboldt und die Genese seines Sprachprojektes Tobias Heinz Für meinen Lehrer Helmut Henne Abb. 1: Wilhelm von Humboldt. Zeichnung von Johann Gottfried Schadow (1802) Fokussierung: Paris 1789 oder Über die allmähliche Verfertigung der Gedanken beim Schreiben1 „Aeußerungen in Briefen sind, meiner Empfindung nach, immer nur für das eigne Studium und Denken gut. Man oder vielmehr ich wage auch das, was ich nur erst ahnde, was ich vollständig nicht gleich zu beweisen wissen würde, was ich vielleicht selbst später zurücknehmen und beschränken müßte. Ich wünsche das Urtheil des Andern hervorzulocken, und dies kann man nur durch entschiedene Behauptungen, scharf hingestellte Sätze.“ Wilhelm von Humboldt an August Wilhelm Schlegel, 18. Okt. 1822 (Humboldt – Schlegel 1908: 85) 1 Wenn ich im Folgenden – Humboldts Sprach-Spur nachgehend – die allmähliche Verfer- tigung der Gedanken beim Schreiben thematisiere, variiere ich den Titel eines Briefes, den Heinrich von Kleist wahrscheinlich 1805/06 verfasste: Über die allmähliche Verfer- tigung der Gedanken beim Reden: „Es liegt ein sonderbarer Quell der Begeisterung für denjenigen, der spricht, in einem menschlichen Antlitz, das ihm gegenübersteht; und ein Blick, der uns einen halbausgedrückten Gedanken schon als begriffen ankündigt, schenkt uns oft den Ausdruck für die ganz andere Hälfte desselben“ (Kleist 41995: 455). Hum- boldts oben angeführte Selbstcharakterisierung...

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