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Skandinavische Musik in Deutschland um 1900

Symphonien von Christian Sinding, Victor Bendix und Carl Nielsen zwischen Gattungstradition und Nord-Imagines

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Katharine Leiska

In den Jahrzehnten um 1900 fanden Kunst und Literatur aus Skandinavien begeisterte Aufnahme beim deutschen Publikum. Vor diesem Hintergrund bemühten sich auch skandinavische Komponisten um die Aufführung ihrer Musik in deutschen Konzertsälen. Die Werke trafen auf eine doppelte Erwartungshaltung: Sie wurden an gattungsspezifischen Vorstellungen gemessen und auf populäre Wissensbestände vom Norden bezogen. Aus der Untersuchung der deutschen Rezeption skandinavischer Musik erarbeitet die Autorin Leitfragen für den analytischen Zugriff auf Werke Christian Sindings, Victor Bendix’ und Carl Nielsens. Durch die Verknüpfung von imagologischer und musikalischer Analyse entwickelt sie einen neuen Zugang zum ‘nordischen Ton’ und zeigt dessen Bedeutung für die Geschichte der Symphonie um 1900 auf.

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VI.Schlussbemerkung

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VI.  Schlussbemerkung „[E]in   Klang  aus  dem  1efsten  Dänemark  schlägt   […]  an   unser   Ohr.  Wir   spüren   und  ahnen   in   dieser  Musik  die  Nähe  des  Meeres,  die  Weite  s1ller   und  milder   LandschaDen;   wir   atmen   die   LuD   von   Heide   und   Moor   und   alle   Poesie   der   Natur.“1  Äußerungen  wie  diese   ebenso   euphorische  wie   bilderreiche   Kri1k  der   Hamburger   Nachrichten   zu   Carl  Nielsens  Sinfonia  espansiva   bildeten   den  Aus-­‐ gangspunkt   dieser  Arbeit:  Wie  kann  Musik,  die  weitgehend  frei   ist   von  sprachli-­‐ chem  Paratext,  derar1ge  Beschreibungen  evozieren  –  Beschreibungen,  die  aus-­‐ gesprochen  metaphorisch   sind   und   die   trotz   ihres   scheinbar   nur   vagen  Musik-­‐ bezugs  für  sich  beanspruchen,  zentrale  Charakteris1ka  der  Musik  zu  benennen?   Das  Phänomen  des  Nordischen  in  der  Musik  wurde  in  dieser   Studie  als  Resultat   eines  komplexen  und  zeitgebundenen  Zusammenspiels  zwischen  (sprachlichem)   Norden-­‐Diskurs   und   musikalischen   Aspekten   gefasst.   Der   Untersuchungsge-­‐ genstand   lag   somit   in   den  wechselsei1gen   Beziehungen   zweier   verschiedener   Medien   –   Sprache   und   Musik.   Dementsprechend   musste   eine   doppelte   Per-­‐ spek1ve  gewählt  werden,  die  sowohl   die  sprachliche  als  auch  die  musikalische,   unter   anderem   auf  die  Ga_ungstradi1on  zu   beziehende   Seite  des   Phänomens   berücksich1gt   und  überdies  wechselsei1g  anschlussfähige   Aspekte   in  der  Rela-­‐ 1on  der  beiden  Medien  fokussiert.  Aus  diesem  Grund  wurden  drei  verschiedene   Zusammenhänge   in  den  Blick  genommen:  Erstens   interessierten   deutsche  Äu-­‐ ßerungen   über   skandinavische  Musik  als   Teil   des   Norden-­‐Diskurses   um   1900.   Zweitens  wurde  auf  das  Verhältnis  einzelner,  in   der  deutschen  Presse  um  1900   als  nordisch  charakterisierter  Werke  zur  Tradi1on  der  Ga_ung  Symphonie  abge-­‐ hoben.  Und...

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