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Rebellisch aus erkenntnistheoretischem Prinzip

Möglichkeiten und Grenzen angewandter Erkenntnistheorie

David Kergel

Das Buch präsentiert Forschungsergebnisse aus dem Forschungsfeld der angewandten Philosophie. Es wird untersucht, welche Möglichkeiten und Grenzen für das Modell einer anwendungsorientieren Erkenntnistheorie in Hinblick auf den Alltag bestehen. In Zeiten der Wirtschaftskrise kann der wachsende Leistungsdruck, der auf dem Individuum lastet, schnell zu einem Leidensdruck werden. Der Rückgriff auf eine angewandte Erkenntnistheorie macht es möglich, diesem Leidensdruck angemessen begegnen zu können. Die reflexiven Strategien einer angewandten Erkenntnistheorie versetzen das Individuum in die Lage, einen konstruktiven sowie souveränen Selbstbezug zu entwickeln. Der Fokus des Buches liegt auf einer genealogischen Rekonstruktion philosophiegeschichtlicher sowie sozio-kultureller Ursprünge einer angewandten Erkenntnistheorie. Anhand komparativer Studien, die ihren Ausgangspunkt in der Philosophie des Junghegelianers Max Stirner haben, wird die Vielfältigkeit moderner und post-moderner erkenntnistheoretischer Positionen untersucht. Hierbei steht deren «Praxistauglichkeit» im Sinne einer angewandten Erkenntnistheorie im Fokus.

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Einleitung

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Es sind oftmals die großen Fragen, die mit der Philosophie in Verbindung ge- bracht werden. „Was ist das Sein?“, „Was ist der Sinn des Lebens?“, „Was ist gut?“, „Nach welchen Maximen soll gehandelt und gelebt werden?“ Auch wenn diese Fragen von überzeitlicher Bedeutung zu sein scheinen und vom antiken Griechenland bis in die Zeit einer wertepluralistischen Postmoderne for- muliert werden, so ist ihre Antwort doch stets eine andere. Philosophische Praxis ist nie zeitlos, sondern historisch gebunden. Philosophische Erklärungsmodelle sind Teil eines Kontextes, den sie in ihrer Analyse transzendieren. Der Blick des Philosophierenden auf seine eigene Zeit konstituiert diese erst als Totalität. Dies bedeutet zum einen, dass Philosophie durch einen infiniten Regress gekennzeich- net ist. Stets aufs Neue wird gesellschaftliche Praxis von der Philosophie kritisch hinterfragt und die Normen mittels derer diese Praxis sich legitimiert einer Prü- fung unterzogen. So inszeniert sich bereits Sokrates in seiner Verteidigungsrede als einen ständigen Fragenden, der „(…) euch einzelnen anzuregen, zu überreden und zu verweisen den ganzen Tag nicht aufhöre, (…)“ (Platon 1985: 21). Sokrates mahnt, dass Athen, wenn man ihn hinrichten würde, eine subversive Kraft ver- lieren würde und gesellschaftliche Dynamiken einbüßt, die auf dem ständigen hinterfragen von Gewissheiten und Wahrheitsansprüchen beruht: „Denn wenn ihr mich hinrichtet, werdet ihr nicht leicht einen andern solchen finden, der ordentlich, (…) von dem Gotte der Stadt beigegeben ist, wie einem großen und edlen Rosse, das aber eben seiner Größe wegen sich zur Trägheit neigt, und der...

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