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Sprache und Emotion in öffentlicher Kommunikation

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Inge Pohl and Horst Ehrhardt

Öffentlichkeit gilt als inhomogener Entfaltungsraum gesamtgesellschaftlicher Kommunikation, in welchem das Emotionspotenzial von Texten eine dominierende Rolle einnehmen kann. Die Buchbeiträge verdeutlichen, dass thematisch-semantische Kämpfe heute stärker auf dem Feld des Emotionspotenzials ausgetragen werden, dass das Emotionspotenzial gegenwärtig medienstrategisch wirksam eingesetzt wird, um Rezipienten in ihren Wertvorstellungen zu beeinflussen, dass sich Textsorten aufgrund eines veränderten Verhältnisses von Privatem und Öffentlichem aktuellen Sprachgebrauchsbedingungen anpassen und dass sich neue oder modifizierte Kommunikationsräume auf das Verhältnis von Sprache der Nähe und Sprache der Distanz auswirken. Die Autorinnen/Autoren fokussieren entweder Elemente des Emotionspotenzials oder die textuell-ganzheitliche Emotionskodierung innerhalb von Sprachgebrauchsdomänen, Textsorten und Diskursen.

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VORWORT

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Die Debatte um Sprache und Emotion ist aktuell auf einer breiten Plattform angekommen, dennoch kann noch nicht auf eine konsensfähige Theorie zu- rückgegriffen werden. Mit einer linguistischen Untersuchung in einem abge- steckten Untersuchungsbereich, wie er mit der öffentlichen Kommunikation für diesen Band ausgewählt wurde, soll ein Beitrag zu einer noch zu entwi- ckelnden Methodologie (Theoreme, Terminologie, Methoden) der Sprache- Emotions-Problematik geleistet werden. Wenngleich zu den Grundbegriffen „Emotion“ und „öffentliche Kommunikation“ Vieles in der Diskussion ist, lassen sich einige Aspekte ausmachen, vor deren Hintergrund die vorliegen- den Aufsätze zu Emotion und Sprache in der öffentlichen Kommunikation gelesen werden können. In interdisziplinärer Sicht ist Emotionales schon sehr lange Untersuchungs- gegenstand (vgl. Kirchgässner 1971; Klix 1989)1. Die Linguistik interessiert, welche auslösenden Komponenten auf der Wort-, der Satz- und der Textebe- ne linguistisch beschreibbar sind, auch hierzu liegen zahlreiche Untersuchun- gen vor. Emotionsbezeichnenden und emotionsausdrückenden Lexemen sind umfangreiche Untersuchungen gewidmet (z.B. Bergenholtz 1980; Hermanns 1995), im Rahmen von kognitiven Semantiktheorien Konnotationen u.Ä. (z.B. Rössler 1979; Niemeier/Dirven 1997). Auf der Satzebene wendet man sich verschiedensten Konstruktionen zu, die eine positive oder negative Be- wertung interner Befindlichkeiten ausdrücken können (z.B. Fries 1996). Be- züglich des textuellen Emotionspotenzials (z.B. Jahr 2000) konzentriert man sich auf die Anordnung der propositionalen Informationsstruktur, auf expres- sive Sprechakte (z.B. Marten-Cleef 1991), auf Emotionalisierung als Strate- gie in literarischen und Werbetexten sowie in Texten mit gesellschaftspoliti- scher Brisanz (z.B. Schwarz-Friesel 2007) und auf verschiedenste Textsorten, wie Todesanzeigen,...

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