Show Less

Das naturwissenschaftliche Weltbild am Beginn des 21. Jahrhunderts

Series:

Edited By Bernulf Kanitscheider and Reinhard Neck

Anhand ausgewählter Beispiele wird untersucht, wie die Naturwissenschaften unser gegenwärtiges Weltbild beeinflussen. Dabei wird in einem interdisziplinären Dialog zwischen Vertretern der «exakten» Wissenschaften und Philosophen ausgelotet, ob und wie neuere Erkenntnisse dieser Wissenschaften Weltanschauung und Menschenbild der Gegenwart (und, soweit absehbar, der Zukunft) prägen. Unter anderem werden die Stellung des Menschen im Kosmos, Gehirn und Bewusstsein, Quantenphysik und Realität, Fragen der Evolution sowie das Verhältnis von naturwissenschaftlichem und religiösem Weltbild erörtert.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

1. Einleitung und Übersicht Bernulf Kanitscheider und Reinhard Neck 11

Extract

Kapitel 1 Einleitung: Das naturwissenschaftliche Weltbild am Beginn des 21. Jahrhunderts Bernulf Kanitscheider und Reinhard Neck 1.1 Zur Fragestellung Eine Bestandsaufnahme des naturwissenschaftlichen Weltbildes, wie es sich am Anfang unseres Jahrhunderts darbietet, wird sinnvollerweise mit der großräumi- gen raumzeitlichen Einbettung unserer kleinen planetaren Lebenswelt beginnen. Denn nichts ist in der schnellen Entwicklung der Naturwissenschaft deutlicher ge- worden als die Unverhältnismäßigkeit in der Größenordnung des Kosmos und der Kleinheit unserer Ökosphäre, die uns zerbrechlichen Wesen eine Zeitlang die Betrachtung der Natur gestattet. Ein augenscheinlicher Gegensatz beherrscht die Stellung des Menschen im Kosmos: Der Weltraum ist von lebensfeindlicher Kälte und abweisender Leere, und doch sind die kosmischen Randbedingungen ent- scheidend dafür, dass zumindest an einer Stelle des unendlichen Alls sich kom- plexe Systeme bis zur Bewusstheit und zur Erkenntnis ihrer Situation entwickeln konnten. Seit den Menschen in der Renaissance-Astronomie ihre episodische Stel- lung in einem Universum ohne Mitte und Rand bewusst geworden ist, reflektieren Wissenschafter und Philosophen darüber, welche Bedeutung diese vereinzelte und abgeschiedene Situation für den Menschen hat und wie seine offensichtliche Ne- bensächlichkeit in der Natur mit seinem traditionell hochgezüchteten Selbstver- ständnis in Einklang gebracht werden kann. Besonders in den monotheistischen Religionen war immer eine anthropozentri- sche Ausrichtung vorherrschend, die sich in keiner Weise mit der peripheren Stel- lung des Menschen im Universum abfinden konnte. Die mittelalterliche Vorstel- lung von der Rolle des Menschen war die eines großen Theaters, einer Weltbühne, in deren Mittelpunkt die...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.