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Die Wechselverpflichtung im 19. Jahrhundert

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Judith Freund

Im frühen 19. Jahrhundert entsteht ein gemeinsamer deutschsprachiger Wirtschaftsraum. Einher geht die Vereinheitlichung der Wechselgesetzgebung hin zur allgemeinen deutschen Wechselordnung von 1849. Diese legt sich auf keine bestimmte rechtliche Vorstellung fest. Damit bleibt Raum für die Entstehung zahlreicher unterschiedlicher Wechselrechtstheorien. Gleichermaßen nimmt aufgrund der wirtschaftlichen Entwicklung die Bedeutung des Wechsels in der Geschäftswelt zu. Den Wechseltheoretikern stellt sich auch das Problem, wie die neu hinzugekommene Gesetzgebung, wie das ADHGB und das BGB, damit harmonisieren können. Untersucht werden diese Theorien nach ihrer Bedeutung in Kommentaren und in Aufsätzen der neu herausgegebenen handelsrechtlichen Zeitschriften. Dabei werden die wichtigsten Problemkreise wie die rechtliche Einordnung der Tratte, des Indossaments, des Akzepts und der Wechselfähigkeit behandelt. Außerdem werden die zum Teil vehement geführten Diskussionen zwischen den Beteiligten nachgezeichnet. Ergebnis ist, dass jede Theorie eine gewisse Plausibilität besitzt und Institute wie der einseitige Vertrag und der Rechtsschein allmählich von der Wissenschaft akzeptiert werden.

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D. Glossar 427

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427 D. Glossar actio: klassisch-römischer Klageanspruch; das klägerische Begehren wurde im Formu- larprozess vor dem Gerichtsmagistrat vorgetragen und die Erteilung einer be- stimmten actio mit einer eigenen Klageformel beantragt. Die zulässigen actiones sind im vierten Buch der Institutionen Justinians unter dem Titel „De actioni- bus" enthalten.' actio de dolo: Klageanspruch, der auf C. Aquilius Gallus im 1. Jhd. v. Chr. zurückgeht, und der bei Fehlen einer anderweitigen actio dem durch Betrug Geschädigten einen Schadensersatz durch den Täter gewährte.2 actio fiduciae: klassisch-römischer Klageanspruch wegen Sicherungsübereignung.3 actio in personam: persönlicher Klageanspruch.4 actio in rem: Klageanspruch auf Verfolgung einer Sache.5 actio legis Aquiliae: Klageanspruch auf Schadensersatz.6 actio mandati: Klageanspruch aus Auftrag.' actiones stricti juris und bonae fidei: aequum jus und strictum jus; je nach dem Ermessensspielraum, der dem Richter eröffnet war, lässt sich das römische Recht nach strengeren und freieren Klagen unterscheiden und nach strenger oder freier beurteilten Schuldverhältnissen. Diese Einteilung ist jedoch noch nicht der klassisch-römischen Zeit bekannt, die die actiones lediglich individuell beurteilt, sondern ist eine nachklassische Be- zeichnung. Prototypen der strengrechtlichen Klage sind die condictio, die stipu- latio und das legatum per damnationem. Bei ihnen gewährt die Formel nur einen stark eingeschränkten Ermessenspielraum, außerdem gelten strenge Grundsätze für die Auslegung des formgebundenen Begründungsakts.8 Am weitesten ausgedehnt wird das Ermessen bei den actiones bonae fidei. Ihre Schöpfung gilt als bedeutendste Leistung des römischen Rechtslebens; sie geht auf die...

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