Show Less

Psychological Contracting

Rationalisierung des Entstehungsprozesses psychologischer Arbeitsverträge – eine darwiportunistische Analyse

Series:

Janina Volmer

Das von der Autorin entwickelte Prozessmodell zur Entstehung psychologischer Arbeitsverträge rückt nicht nur die Interaktionsbeziehung zwischen Führungskraft und Mitarbeiter in den Mittelpunkt der Betrachtung, sondern bezieht zugleich den verstärkten Wandel der Arbeitswelt, verstanden als «Darwiportunismus», mit ein. Mit diesem Modell wird die theoretische Basis zur Bildung situativ differenzierter psychologischer Arbeitsverträge gelegt. Zudem wird durch Identifikation von Maßnahmen zur Rationalisierung dieses Prozesses anhand einer Delphi-Studie die Handlungsfähigkeit in der aktiven Gestaltung psychologischer Arbeitsverträge für Unternehmen ermöglicht, so dass Wissenschaft und Unternehmen gleichermaßen von dem hier Entwickelten profitieren können.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

1 Einleitung

Extract

1.1 Praxisbezogene Problemstellung 1.1.1 Komplexitätsemergenz der Arbeitsvertragsgestaltung Das konstituierende Instrument von Arbeitsbeziehungen in Unternehmen sind formale Arbeitsverträge.1 Diese regeln, meist in schriftlicher Form, das Arbeits­ verhältnis zwischen Arbeitgebern und ihren Arbeitnehmern. Abgesehen von der Austauschbeziehung Geld gegen Leistung werden zusätzlich Nebenpflichten fixiert. Diese sind zum Beispiel das Verbot von Nebentätigkeiten, der Urlaubs­ anspruch und das Kündigungsrecht.2 Bedingt durch die Unvollständigkeit dieser formalen Verträge bestehen Vertragslücken, welche nicht vertragsrechtlich ge­ regelt sind, aber dennoch einen maßgeblichen Einfluss auf die Arbeitgeber- Arbeitnehmer-Beziehung haben. Somit geht das Austauschverhältnis zwischen Arbeitgeber und Arbeitneh­ mer über die rein rechtliche Betrachtung hinaus.3 Bezeichnet wird dies als psy­ chologischer Arbeitsvertrag. In diesem werden beispielsweise Commitment des Arbeitnehmers gegen Jobsicherheit und Weiterbildungsmöglichkeiten durch den Arbeitgeber ausgetauscht oder Leistung oder Flexibilität gegen Aufstiegschan­ cen.5 Basis des psychologischen Arbeitsvertrages sind die entstehenden gegen­ seitigen Erwartungen über die zu erbringenden Leistungen (materielle und im­ materielle) und die entsprechenden Gegenleistungen (materielle und immateriel­ le). Psychologische Arbeitsverträge sind oftmals impliziter Natur und werden somit vielfach nicht explizit verhandelt.6 Allerdings unterliegen psychologische Arbeitsverträge gesellschaftsbeding­ tem Wandel.7 War die Basis dieser Verträge in den 1980er und 1990er Jahren noch der Austausch von Mitarbeiterloyalität gegen Arbeitsplatzsicherheit, so kann in der heutigen Arbeitswelt nicht mehr von einer „Stammplatzgarantie“8 ausgegangen werden. Durch den verstärkten Wettbewerbsdruck, welcher bei­ spielsweise durch die Globalisierung und somit durch die Öffnung der Arbeits­ 1 vgl. Gabler Wirtschaftslexikon (2000), 199. 2 vgl. Höland (2004)...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.