Show Less

Die Geringfügigkeit des Gehilfenbeitrags

Series:

Oliver Schoepke

Nicht alle Beiträge eines Gehilfen erscheinen der Bestrafe würdig. So wirkt es unbillig, einen Gehilfenbeitrag zu bestrafen, der quantitativ unter einer gewissen Schwelle bleibt. Wo die Grenze verläuft ist schwer zu bestimmen. Der Autor entwickelt in dieser Arbeit ein ungeschriebenes Tatbestandsmerkmal für die Beihilfe, um geringfügige Gehilfenbeiträge aus der Strafbarkeit herauszunehmen. Nur Handlungen, die eine gewisse Quantität erreichen, sind demnach von Strafe bedroht. Es wird gezeigt, dass das neue ungeschriebene Tatbestandsmerkmal bei Anwendung auf fragliche Fälle zu billigen Ergebnissen führt und damit einen Lösungsweg für dieses Problem des allgemeinen Teils des Strafrechts bietet.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

3. Kapitel Mögliche Lösungsansätze

Extract

Das Problem, dass nicht jede Gehilfenhandlung strafwürdig erscheint, wurde von der Literatur schon lange erkannt und oft diskutiert.179 Es haben sich bei der Auseinandersetzung mit diesem Billigkeitsproblem verschiedene Lösungsansät- ze herausgebildet. Die Tragfähigkeit dieser Lösungsansätze ist im Folgenden zu untersuchen. Sollte bereits eine umfassende Lösung gefunden worden sein, die auch gering- fügige Gehilfenbeiträge umfasst, würde sich die Diskussion über die Einfügung des Merkmales der Wesentlichkeit in den Tatbestand der Beihilfe erübrigen. Dabei ist zu berücksichtigen, dass viele der Lösungsansätze, die im Folgen- den genannt werden, bezüglich der berufsbedingten Gehilfenhandlung entwor- fen worden sind. Es ist daher fraglich, ob sie auch jeweils das Problem der ge- ringfügigen Gehilfenhandlung wenigstens reflexartig mitberücksichtigen. Daneben werden im Folgenden auch verschiedene Prüfungspunkte aus dem Deliktsaufbau – wie zum Beispiel Tathandlung oder Taterfolg – dahingehend untersucht werden, ob diese eine Lösungsmöglichkeit des Problems erlauben. I. Lösung über die Strafzumessung oder Einstellung An dieser Stelle sollen einige Lösungsmöglichkeiten vorgezogen werden, die das Problem über die „Rechtsfolgenseite“ lösen wollen. Diesen Lösungsansät- zen ist gemein, dass sie grundsätzlich dogmatisch von einer Strafbarkeit, also einem Vorliegen aller Strafbarkeitsvoraussetzungen, ausgehen, aber das Billig- keitsproblem letztlich auf „praktische Art“ in der Strafe oder auf strafprozessua- lem Wege lösen. Sollte dies ein gangbarer Weg sein, könnte man rechtsdogmati- sche Erwägungen fallen lassen und dem Problem auf diese „einfachere“ Art be- gegnen. Es würde...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.