Show Less

Die Geringfügigkeit des Gehilfenbeitrags

Series:

Oliver Schoepke

Nicht alle Beiträge eines Gehilfen erscheinen der Bestrafe würdig. So wirkt es unbillig, einen Gehilfenbeitrag zu bestrafen, der quantitativ unter einer gewissen Schwelle bleibt. Wo die Grenze verläuft ist schwer zu bestimmen. Der Autor entwickelt in dieser Arbeit ein ungeschriebenes Tatbestandsmerkmal für die Beihilfe, um geringfügige Gehilfenbeiträge aus der Strafbarkeit herauszunehmen. Nur Handlungen, die eine gewisse Quantität erreichen, sind demnach von Strafe bedroht. Es wird gezeigt, dass das neue ungeschriebene Tatbestandsmerkmal bei Anwendung auf fragliche Fälle zu billigen Ergebnissen führt und damit einen Lösungsweg für dieses Problem des allgemeinen Teils des Strafrechts bietet.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

5. Kapitel Alternative Lösungen und Schlussbetrachtung

Extract

In dieser Arbeit wurde dargestellt, dass das Problem der Bestrafung geringfügi- ger Gehilfenbeträge dadurch gelöst werden kann, dass das ungeschriebene Tat- bestandsmerkmal der Geringfügigkeit in die Beihilfe hineingelesen wird. Was Geringfügigkeit in diesem Zusammenhang meint, wurde entsprechend definiert, so dass das Merkmal auch praktisch angewendet werden kann. Obwohl diese Arbeit als Ergebnis die Berücksichtigung der Geringfügigkeit als Tatbestandsmerkmal favorisiert, sollen am Ende noch zwei weitere Möglich- keiten der Berücksichtigung angesprochen werden. Da diese beiden grundsätz- lich ebenfalls die entwickelte Definition nutzen, würden auch sie jeweils auf dem Gedanken der Geringfügigkeit der Gehilfenhandlung beruhen. I. Alternativen zum Tatbestandsmerkmal Als Alternativen zur Berücksichtigung der Geringfügigkeit als eigenes Tatbe- standsmerkmal bieten sich auch eine restriktive Auslegung des Tatbestands- merkmals „Hilfeleisten“ und eine Berücksichtigung in der objektiven Zurechen- barkeit an. 1. Restriktive Auslegung Wie bereits oben angesprochen838 könnte die Berücksichtigung der Geringfü- gigkeit auch über eine restriktive Auslegung vorgenommen werden. Dazu würde der Begriff des Hilfeleistens, so ausgelegt werden, dass geringfügige Gehilfen- handlungen nicht mehr darunterfallen und so aus der Strafbarkeit ausscheiden. Was geringfügige Gehilfenhandlungen sind, könnte nach der hier entworfenen Definition bestimmt werden. Die Ergebnisse aus restriktiver Auslegung und Schaffung eines ungeschrie- benen Tatbestandmerkmals sind dabei identisch. Geringfügige Gehilfenhand- lungen würden schon nicht in den Tatbestand fallen. Somit wäre auch die restriktive Auslegung neben der Schaffung eines unge- schriebenen Tatbestandsmerkmals eine mögliche Alternativlösung. Dennoch sei angemerkt,...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.