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Sozio-ökonomische Aspekte der Regulierung der Rechnungslegung

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Tim-Frederik Oehr

In den meisten OECD-Ländern ist ein substantieller Wandel der Rechnungslegung feststellbar: Privatisierung und Internationalisierung der Regulierung. Letztendlich hat der Prozess zu einer global wachsenden Bedeutung des IASB und der IFRS geführt. Erklärungsansätze, die bisher eher auf funktionalistischen, ökonomischen Denkmustern beruhen, greifen jedoch zu kurz, insbesondere bei einer Begründung der veränderten Interventionsstaatlichkeit. Wohlfahrtsstaatlichkeit als Ausdruck eines gesellschaftlichen Interesses an Regulierung sowie soziale Netzwerke werden in dieser Arbeit herangezogen, um offene Fragen der Persistenz und Konvergenz unterschiedlicher nationaler Rechnungslegungsregulierungen zu thematisieren. Damit wird ein ergänzender Beitrag zur Erklärung der Dualisierung der Rechnungslegung in kontinentaleuropäischen Ländern sowie der zeitlichen Verzögerung der IFRS-Diffusion geleistet.

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5 Zusammenfassung

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Konvergenz in der Regulierung der Rechungslegung manifestiert sich insbeson- dere in der Diffusion zweier grundlegender Ideen: (1) Rechnungslegung dient den Zwecken des Kapitalmarktes und (2) die Standardsetzung dafür findet durch private Akteure statt. Konvergenz äußert sich daher nicht nur in einer Annähe- rung der Regelinhalte, sondern auch hinsichtlich des mode of regulation. Beglei- tet wurde die Entwicklung oft durch eine Verringerung staatlicher Intervention in die Rechnungslegung, d. h. Privatisierung der Standardsetzung für den Kon- zernabschluss. Darüber hinaus hat durch die weitreichende nationalstaatliche Anerkennung der IFRS für kapitalmarktorientierte Unternehmen eine Transnati- onalisierung der Standardsetzungskompetenzen stattgefunden. Gleichzeitig be- stehen aber auch Unterschiede fort. Für die Regulierung des Einzelabschlusses bleibt die Unterscheidung in ein angelsächsisches und ein kontinentaleuropäi- sches Modell der Rechnungslegungsregulierung bestehen. Die Persistenz be- gründet sich in verschiedenen Intentionen, die mit der Regulierung der Re- chungslegung verfolgt werden sowie Unterschieden in der Intensitäten des Staatseingriffs. Ziel dieser Arbeit war es, zwei neue Ansätze für die Erklärung der Veränderungsprozesse zu diskutieren, um identifizierte Forschungslücken zu schließen und um das bisherige Erklärungsmodell zu verbessern. In Kapitel 2 wurde, anknüpfend an die bisherige komparative Forschung ge- zeigt, dass sich aus der Betrachtung des jeweiligen nationalen Umfeldes wichti- ge Erkenntnisse für die Entwicklung und den Fortbestand unterschiedlicher Sys- teme der Rechnungslegungsregulierung ziehen lassen. Rechts- und Finanzsys- teme, die typischerweise zur Erklärung unterschiedlicher Rechnungslegungssys- teme herangezogen werden, erweisen sich auch im Hinblick auf die Erkl...

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