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Kritiker der Digitalisierung

Warner, Bedenkenträger, Angstmacher, Apokalyptiker

Otto Peters

Kritiker der Digitalisierung beschreiben besorgniserregende Entwicklungen: Überlastung infolge von nicht mehr zu fassenden Datenmengen, Einwirkungen auf Gehirn und Denken, Veränderungen der Lebens- und Arbeitsweise, suchtartige Abhängigkeit, zahlreiche Formen von Computerkriminalität und drohende «Computerkriege». Schon nach wenigen Jahrzehnten intensiver Digitalisierung könnte sich unser Leben dehumanisieren. Experten der Computerwissenschaft werden ebenso vorgestellt wie Philosophen und Soziologen. Hinzu treten Vertreter der Kommunikationswissenschaft, der Jurisprudenz, der Technikgeschichte, der Gehirnforschung und Biologie, der Psychologie und Pädagogik. Auch Medienunternehmer, Journalisten und ein Dramatiker tragen ihre Standpunkte bei. Indem diese Kritiker uns warnen, verfolgen sie ein hohes und überaus wichtiges Ziel: die Bewahrung der Humanität.

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Einleitung

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Wenn man von etwas nicht auch das Gegenteil sagt, sagt man nur die Hälfte. Ohne sein Gegenteil ist nichts mehr wahr. Martin Walser (2011). 1 Eine ausführliche Beschreibung von „Kritikern der Digitalisierung“ fehlt bisher. Das Thema ist lange nicht opportun gewesen. Autoren, die sich mit ihm hätten befassen wollen, mochten befürchtet haben, als rückschrittlich, am Alten hängend oder techno- phob eingeschätzt zu werden. Wer bestimmte Nachteile der Netz-Kultur kritisiert, wird zudem leicht pauschal als Gegner der Digitalisierung gescholten. Und wer sich bei der Arbeit im Netz auf traditionale Werte der bürgerlichen Kultur bezieht oder an ihnen teilweise noch festhalten möchte, wird von Fortschrittseiferern ausgelacht. Dieses Buch stellt jedoch einundzwanzig Kritiker der Digitalisierung vor. Es will damit weder vor der Digitalisierung1 warnen noch ihre große Bedeutung schmälern. Allerdings möchte es jetzt, wo die Stimmen der Kritik zahlreicher und lauter werden, für eine differenzierende Betrachtung dieser neuen Technologie werben. Nüchternheit und Aufrichtigkeit gebieten, neben den Chancen der Digitalisierung auch ihre Risiken zu erkennen und sie mit ins Kalkül zu ziehen. Diese Risiken werden detailliert unter mehreren Gesichtspunkten beschrieben und diskutiert. Sie sollten zur Kenntnis ge- nommen, reflektiert und auf die unvorstellbar großen Chancen der Digitalisierung bezogen werden. Wir sind herausgefordert, in der nunmehr zur Verfügung stehenden virtuellen Parallelwelt, Lebens- und Arbeitsformen zu entwickeln, in der die positiven Seiten der Digitalisierung gestärkt und ihre negativen Seiten geschwächt werden. 1 Der Ausdruck »Digitalisierung« bezieht sich...

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