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Kritiker der Digitalisierung

Warner, Bedenkenträger, Angstmacher, Apokalyptiker

Otto Peters

Kritiker der Digitalisierung beschreiben besorgniserregende Entwicklungen: Überlastung infolge von nicht mehr zu fassenden Datenmengen, Einwirkungen auf Gehirn und Denken, Veränderungen der Lebens- und Arbeitsweise, suchtartige Abhängigkeit, zahlreiche Formen von Computerkriminalität und drohende «Computerkriege». Schon nach wenigen Jahrzehnten intensiver Digitalisierung könnte sich unser Leben dehumanisieren. Experten der Computerwissenschaft werden ebenso vorgestellt wie Philosophen und Soziologen. Hinzu treten Vertreter der Kommunikationswissenschaft, der Jurisprudenz, der Technikgeschichte, der Gehirnforschung und Biologie, der Psychologie und Pädagogik. Auch Medienunternehmer, Journalisten und ein Dramatiker tragen ihre Standpunkte bei. Indem diese Kritiker uns warnen, verfolgen sie ein hohes und überaus wichtiges Ziel: die Bewahrung der Humanität.

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Kapitel 1 - Der Ketzer: Joseph Weizenbaum. Wider die Dominanz der instrumentellen Vernunft

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16 Kapitel 1 Der Ketzer: Joseph Weizenbaum Wider die Dominanz der instrumentellen Vernunft Joseph Weizenbaum, der weltweit bekannte und vielfach ausgezeichnete deutsch- amerikanische Computer-Experte, Wissenschafts- und Gesellschaftskritiker wurde 1923 in Berlin geboren und ist dort im Jahre 2008 gestorben. An der Kritik der Digita- lisierung beteiligte er sich maßgeblich als Hochschullehrer, Autor, Interviewpartner und häufig eingeladener Redner. Biografischer Hintergrund Joseph Weizenbaum besuchte das Luisenstädtische Realgymnasium in Berlin. 1936 wurde seine Familie von den nationalsozialistischen Gewaltherrschern aus Deutsch- land vertrieben und siedelte in die USA über. Dort besuchte er die High School in Detroit. Seine anschließende universitäre Ausbildung war von Anfang an auf die Er- forschung der Computer-Technologie ausgerichtet. Er begann ein Mathematikstudium an der Wayne State University in Detroit, das er 1948 mit dem Bachelor-Grad und 1950 mit dem Master-Grad abschloss. Schon während dieses Studiums beteiligte er sich als Assistent am Bau eines Computers. Nach der Graduierung wirkte er an der gleichen Fakultät als wissenschaftlicher Assistent an der Planung und Entwicklung eines Großcomputers mit. 1952 wechselte er zur General Electric Corporation, wo er elf Jahre als systems engineer im Computer Development Laboratory arbeitete. Unter anderem war er hier auch Mitarbeiter in einem Projekt zur Entwicklung des ersten computerisierten Banksystems. 1963 begann seine Laufbahn an dem berühmten Mas- sachusetts Institute of Technology (MIT), zunächst als Associate Professor am De- partment for Computer Science, ab 1970 als Full Professor. Dort war er an der Ent- wicklung eines „Time-Sharing-Betriebssystems“ (MAC) beteiligt sowie an...

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