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Kritiker der Digitalisierung

Warner, Bedenkenträger, Angstmacher, Apokalyptiker

Otto Peters

Kritiker der Digitalisierung beschreiben besorgniserregende Entwicklungen: Überlastung infolge von nicht mehr zu fassenden Datenmengen, Einwirkungen auf Gehirn und Denken, Veränderungen der Lebens- und Arbeitsweise, suchtartige Abhängigkeit, zahlreiche Formen von Computerkriminalität und drohende «Computerkriege». Schon nach wenigen Jahrzehnten intensiver Digitalisierung könnte sich unser Leben dehumanisieren. Experten der Computerwissenschaft werden ebenso vorgestellt wie Philosophen und Soziologen. Hinzu treten Vertreter der Kommunikationswissenschaft, der Jurisprudenz, der Technikgeschichte, der Gehirnforschung und Biologie, der Psychologie und Pädagogik. Auch Medienunternehmer, Journalisten und ein Dramatiker tragen ihre Standpunkte bei. Indem diese Kritiker uns warnen, verfolgen sie ein hohes und überaus wichtiges Ziel: die Bewahrung der Humanität.

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Kapitel 18 - Der Kulturpessimist: Jean Baudrillard. Vom Ende der Menschheit

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199 Kapitel 18 Der Kulturpessimist: Jean Baudrillard Vom Ende der Menschheit Jean Baudrillard, der weltbekannte französische Soziologe und Philosoph, wurde 1929 in Reims geboren und ist 2007 in Paris gestorben. Er gilt als einflussreicher Theoreti- ker, Literaturkritiker, Übersetzer und bedeutender Medientheoretiker. Biografischer Hintergrund Baudrillard entstammte einer Familie von Bauern und Beamten. Er studierte Germa- nistik an der Universität Sorbonne sowie Philosophie und Soziologie an der Universi- tät Paris-Nanterre, wo er nach seiner Promotion einen Lehrstuhl für Soziologie bezog. Später lehrte er an der Universität Paris IX Dauphine und wurde schließlich als Pro- fessor für Medien und Kultur an die European Graduate School in Saas Fee berufen. Anfangs spielte er als kämpferischer Links-Intellektueller eine Rolle. Später wurde er als Protagonist der Postmoderne und scharfer Kulturkritiker weltweit bekannt. Baudrillards Oeuvre ist umfangreich. Er schrieb 50 Bücher, von denen viele in andere Sprachen übersetzt worden sind. Er begann als Marxist, doch unterzog er später den Marxismus und die Ideale der Aufklärung einer scharfen Kritik. Sein erstes Buch „Das System der Dinge“ (1968) beschrieb die hergestellten, uns umgebenden alltägli- chen Gegenstände als ein in sich geschlossenes Zeichensystem, das er als Scheinwelt des Konsums interpretierte. Sein Hauptwerk „Der symbolische Tausch und der Tod“ (1976) wird als zentrales philosophisches Werk der Postmoderne angesehen. Ihre Vertreter beschworen damals das Ende der „Großen Erzählungen“ und das „Ende der Geschichte“. Einige von Baudrillards Hauptthemen sind Fundamentalismus, Terro- rismus und Globalisierung. Seinen Ruf...

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