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Kritiker der Digitalisierung

Warner, Bedenkenträger, Angstmacher, Apokalyptiker

Otto Peters

Kritiker der Digitalisierung beschreiben besorgniserregende Entwicklungen: Überlastung infolge von nicht mehr zu fassenden Datenmengen, Einwirkungen auf Gehirn und Denken, Veränderungen der Lebens- und Arbeitsweise, suchtartige Abhängigkeit, zahlreiche Formen von Computerkriminalität und drohende «Computerkriege». Schon nach wenigen Jahrzehnten intensiver Digitalisierung könnte sich unser Leben dehumanisieren. Experten der Computerwissenschaft werden ebenso vorgestellt wie Philosophen und Soziologen. Hinzu treten Vertreter der Kommunikationswissenschaft, der Jurisprudenz, der Technikgeschichte, der Gehirnforschung und Biologie, der Psychologie und Pädagogik. Auch Medienunternehmer, Journalisten und ein Dramatiker tragen ihre Standpunkte bei. Indem diese Kritiker uns warnen, verfolgen sie ein hohes und überaus wichtiges Ziel: die Bewahrung der Humanität.

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Kapitel 19 - Der Apokalyptiker: Paul Virilio. Die langsame Agonie des Planeten Erde

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208 Kapitel 19 Der Apokalyptiker: Paul Virilio Die langsame Agonie des Planeten Erde Paul Virilio, der französische Philosoph, wurde 1932 in Paris geboren. Als Medien- und Kulturkritiker ist er weltweit bekannt und berühmt geworden. Biografischer Hintergrund Virilios Werdegang ist ungewöhnlich. Als Autodidakt studierte er zunächst Architek- tur und Urbanistik, absolvierte dann eine Ausbildung als Kunstglaser-Meister und schuf unter der Leitung von Henry-Emile-Benoit Matisse farbige Glasfenster für eini- ge Kirchen in Paris. Danach arbeitete er als Architekt, Stadtplaner, Atelierleiter und Redakteur von Zeitschriften. So wurde er z.B. 1963 Präsident und Herausgeber des Architecture Principe Group’s Magazine und 1973 Direktor des Magazins L’Espace Critique. 1969 wurde er Professor an der Ecole Speciale d’Architecture in Paris und 1979 Mitbegründer des Centre Interdisciplinaire de Recherche de la Paix et d‘Etudes Strategiques. Seit seiner Emeritierung im Jahre 1999 hält er in Saas Fee als Professor der European Graduate School Sommerkurse ab. Virilios theoretische Arbeiten wurden von der Phänomenologie beeinflusst, insbeson- dere von Denkern wie Maurice Merleau-Ponty, Martin Heidegger und Edmund Husserl, aber auch von dem italienischen Futuristen Filippo Tommaso Marinetti. Es lassen sich auch Bezüge zu Albert Einstein nachweisen. Virilio wurde weltbekannt, weil er vor dem „Geschwindigkeitswahn“ und dessen zerstörerischen Wirkungen auf die Kultur warnte. Quellen: (EGS 2007), (Arte 2009a). Motivation Was bewegt einen Mann, der sich in radikaler Weise nicht für den Fortschritt, sondern gerade für die Kehrseite des Fortschritts interessiert und dabei zu einem Propheten des Niedergangs wird? Ein...

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