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Kritiker der Digitalisierung

Warner, Bedenkenträger, Angstmacher, Apokalyptiker

Otto Peters

Kritiker der Digitalisierung beschreiben besorgniserregende Entwicklungen: Überlastung infolge von nicht mehr zu fassenden Datenmengen, Einwirkungen auf Gehirn und Denken, Veränderungen der Lebens- und Arbeitsweise, suchtartige Abhängigkeit, zahlreiche Formen von Computerkriminalität und drohende «Computerkriege». Schon nach wenigen Jahrzehnten intensiver Digitalisierung könnte sich unser Leben dehumanisieren. Experten der Computerwissenschaft werden ebenso vorgestellt wie Philosophen und Soziologen. Hinzu treten Vertreter der Kommunikationswissenschaft, der Jurisprudenz, der Technikgeschichte, der Gehirnforschung und Biologie, der Psychologie und Pädagogik. Auch Medienunternehmer, Journalisten und ein Dramatiker tragen ihre Standpunkte bei. Indem diese Kritiker uns warnen, verfolgen sie ein hohes und überaus wichtiges Ziel: die Bewahrung der Humanität.

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Nachwort: Gesellschaftlicher Wandel

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241 Nachwort GesellschaftlicherWandel Die in diesem Buch beschriebenen Autoren diskutieren eine große Zahl kritischer Einwände gegen die praktizierte Form der Digitalisierung. Die meisten Leser sind vermutlich über die thematische Breite und die Dringlichkeit ihrer Kritik überrascht. Sie spüren aber auch eine irritierende und beängstigende Tiefenwirkung. Der Zusam- menklang mehrerer Beiträge des Buches bringt ihnen nämlich voll ins Bewusstsein, wie groß und unausweichlich der gesellschaftliche Wandel ist, den die Digitalisierung bewirkt – jetzt und vermutlich mehr noch in der Zukunft. Dieser gesellschaftliche Wandel ist weitaus einschneidender als die meisten Nutzer ahnen. Er bietet unvorher- gesehene Vorteile und hat zugleich unerwünschte oder sogar schlimme Nebenwirkun- gen. Diese Tiefenwirkung weckt auch Befürchtungen darüber, wie die künftige digita- le Gesellschaft aussehen werde. Der Soziologe Niklas Luhmann (1997, 309f.) erwartet z.B. tiefgreifende Änderungen allein schon bei der Kommunikation durch die „soziale Entkopplung“ und noch mehr durch die dabei entstehende „Entkopplung von Sinn. „Was daraus werden kann“, schreibt er, „entzieht sich derzeit auch den kühnsten Spekulationen“. Bedrückende Ungewissheit entsteht da, weil man das Gefühl hat, der erwartete Wandel vollziehe sich eigentlich ohne unsere Mitwirkung, geschweige denn Steuerung, ist also lediglich eine zwangsläufige Folge der Digitalisierung. Darauf soll hier ausdrücklich hingewiesen werden, weil die meisten Menschen, auch viele Experten, glauben, Technologie - also auch der vernetzte Computer - sei bloß neutrales Werkzeug, ein Tool, das lediglich dazu benutzt werde, selbst gesteckte Ziele zu erreichen. Nicholas Carr (2010, 46) nennt sie die „Instrumentalisten“ und...

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