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Kinder- und Jugendliteraturforschung 2011/2012

Herausgegeben vom Institut für Jugendbuchforschung der Johann Wolfgang Goethe-Universität (Frankfurt am Main) und der Staatsbibliothek Preußischer Kulturbesitz (Berlin), Kinder- und Jugendbuchabteilung

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Edited By Bernd Dolle-Weinkauff, Hans-Heino Ewers-Uhlmann and Carola Pohlmann

Die 18. Folge des Jahrbuchs dokumentiert erneut die wachsende Internationalisierung der Kinder- und Jugendliteraturforschung. Die Beiträge der estnischen Komparatistin Ave Mattheus und der portugiesischen Germanistin Maria Teresa Cortez verdeutlichen die Rolle der Kinderliteratur der deutschen Aufklärung in Süd- und Osteuropa. Mit der Bedeutung der Rhetorik für die Kinderliteraturforschung beschäftigt sich Muriel Büsser. Die Vorstellung von Sachcomics für Kinder von Heike Elisabeth Jüngst belegt ein weiteres Mal, dass das Jahrbuch die Kinder- und Jugendmedien in ganzer Breite abzudecken sucht. Die Beiträge der AnglistInnen Eva Oppermann und Reinbert Tabbert bezeugen den interdisziplinären Charakter des Jahrbuchs.

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Zum Werk Maurice Sendaks – Rückblicke eines Interpreten Reinbert Tabbert (Reutlingen) Am 8. Mai 2012 starb der amerikanische Illustrator und Bilderbuchkünstler Maurice Sendak in Danbury, Connecticut. Geboren wurde er am 10. Juni 1928 in Brooklyn, New York, als drittes Kind jüdischer Einwanderer aus Polen. International bekannt geworden durch sein Bilderbuch Where the Wild Things Are (1963, dt. Wo die wilden Kerle wohnen, 1967), hat er nicht nur drei Generationen von Kindern mit seinen Einfällen erfreut, sondern auch entscheidend dazu bei- getragen, dem Bilderbuch künstlerische Geltung zu verschaffen und seiner Entwicklung eine neue Richtung zu geben. Zugute gekommen ist dies der etwa zur gleichen Zeit beginnenden literatur- und kunstwissenschaftlichen Beschäftigung mit dem Bereich der Kinderliteratur. Werke Sendaks gelten als interpretationswürdig. Im Folgenden möchte ich skizzieren, wie sich mir als Literaturwissenschaftler diese Werke als Prüfsteine für Deutungskonzepte und litera- turtheoretische Überlegungen erwiesen haben und wie ich ähnliche Erfahrungen auch bei an- deren Interpreten beobachten konnte. Doch zunächst ein kurzer Überblick über vierzig Jahre Interesse an der Arbeit Maurice Sendaks. Als ich mich Anfang der 1970er Jahre als Anglist an einer Pädagogischen Hochschule englischen Kinderklassikern zuwandte, stieß ich auf die wenige Jahre zuvor erschienenen Wild Things. Sie veranlassten mich zu einer Analyse, wie sie mir im Umgang mit Gedichten vertraut war (Tabbert 1974). Im November 1974 bot sich mir zusammen mit einem Kollegen die Ge- legenheit, Maurice Sendak in Zürich zu sprechen, wo er die von ihm illustrierte Auswahl Grimm’scher M...

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