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Bilingualen Unterricht weiterdenken

Programme, Positionen, Perspektiven

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Edited By Bärbel Diehr and Lars Schmelter

Der Bilinguale Unterricht in Deutschland entwickelt sich derzeit zu einem Regelangebot. Bei dieser Entwicklung wird jedoch die sachfachliche Kompetenz in Theorie, Forschung und Praxis noch nicht im wünschenswerten Maße berücksichtigt. In der europäischen Diskussion um Content and Language Integrated Learning interessiert vor allem die fremdsprachliche Kompetenz. Die Rolle der schulischen Erstsprache sowie der Aufbau fachlicher Literalität in zwei Sprachen werden kaum berücksichtigt. Dieser Band bilanziert die Entwicklung des Bilingualen Unterrichts. Er vereint Beiträge aus Forschung, Ausbildung und Schule, die sich aus unterschiedlichen Fachperspektiven mit seinen derzeitigen Herausforderungen befassen. Eine konzeptuelle Klärung und Weiterentwicklung des Bilingualen Unterrichts sowie der darauf bezogenen Lehrerbildung scheinen notwendig. Dazu soll dieses Buch einen Diskussionsbeitrag leisten.

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Claudia Bohrmann-Linde: Auf dem Weg zu einer Fachdidaktik Bilingualer Chemieunterricht

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183 Claudia Bohrmann-Linde Auf dem Weg zu einer Fachdidaktik Bilingualer Chemieunterricht 1. Eignung des Sachfachs Chemie für den bilingualen Unterricht Bilingualer Chemieunterricht ist im Gegensatz zu bilingualem Unterricht in den Gesellschaftswissenschaften Erdkunde, Politik und Geschichte ein relativ junges Unterrichtsfeld. Zwar wird bilingualer Chemieunterricht (mit Englisch als Fremd- sprache) seit Mitte der 1990er Jahre punktuell praktiziert, er hat aber bis heute keine flächendeckende Verbreitung erfahren und unterliegt gegenüber vielen Lehrerinnen und Lehrern sowie Schülerinnen und Schülern (im Folgenden sind bei den männlichen Personenbezeichnungen die weiblichen Formen stets mitge- dacht) immer noch einem regelrechten Rechtfertigungszwang. Das hervorstechendste Argument für die Aufnahme des Fachs Chemie in den Kanon der bilingual unterrichteten Fächer liefert zweifellos die hohe Handlungs- orientierung der experimentellen Naturwissenschaft Chemie. In keinem anderen Fach machen die Schüler derartig vielkanalige Erfahrungen, selten erfahren sie eine ähnliche Aktivierung des Pestalozzi’schen Dreiklangs von Kopf (z. B. inhaltliche Durchdringung chemischer Prozesse), Herz (z. B. Anspannung und Erwartung bei der Durchführung oder beim Beobachten eines Experiments) und Hand (z. B. eigene laborpraktische Fähigkeiten). Ohne Kommunikation wären die Schüler nicht in der Lage, eine experimentelle Aufgabe gemeinschaftlich zu organisieren und erfolgreich zu bewältigen; gemeinsam Beobachtetes will verbalisiert, vergli- chen, gedeutet und hinterfragt werden. Die Tatsache, dass die Elemente der Wissenschaftssprache der Chemie im Wesentlichen lateinischen Ursprungs sind und es viele Ähnlichkeiten zwischen den deutschen und englischen chemischen Fachbegriffen gibt, zeigt, dass für deutsche Muttersprachler durchaus eine sprachliche Zugänglichkeit zur engli- schen...

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