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Psychologen in autoritären Systemen

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Edited By Theo Herrmann and Wlodek Zeidler

Dieser Sammelband stellt die Lebensläufe oder markante Lebensabschnitte von 16 Psychologen unter Nationalsozialismus und polnischem Staatskommunismus dar. Dabei wurden die Biographien teilweise anhand bisher unbekannter Dokumente erarbeitet. Die Beiträge machen deutlich, dass die Schicksale der Psychologen außerordentlich verschieden waren: Es gab Emigration und Deportation, Hinrichtung und Ermordung, es gab Mitläufer, Intriganten, Opportunisten und Gesinnungstäter, aber auch Solidarität und bis heute fast unbekannte Widerstandskämpfer. Zu verzeichnen waren dabei vielerlei Gedächtnislücken und Schönfärbereien. Wenn auch die Psychologen von beiden Diktaturen in ähnlicher Weise beeinflusst wurden, so fasziniert doch die ganze Vielfalt individueller und letztlich einmaliger Lebensläufe.

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Hildegard Knies,Psychologin und Widerstandskämpferin. Theo Herrmann

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295 Hildegard Knies, Psychologin und Widerstandskämpferin1 Theo Herrmann Vorbemerkung Ich berichte im folgenden über Hildegard Arnold, geb. Knies (1915-1997), eine Berliner Diplompsychologin. Sie ist eine wegen ihres Widerstands gegen die Naziherrschaft und der Hilfe für verfolgte jüdische Deutsche hochgeschätzte Persönlichkeit (vgl. auch Herrmann, 2010; Kosmala & Schoppmann, 2006; Pere- les, 1984; Tuchel, 2008; Voigt, 2007). Sie erhielt das Bundesverdienstkreuz am Bande. Ihrer wird in der Berliner Gedenkstätte Stille Helden der Stiftung Deutscher Widerstand gedacht. Und sie wird von der zentralen Gedenkstätte des Staates Israel Yad Vashem mit der herausragenden Würdigung „Gerechte unter den Völkern“ geehrt. Diese Auszeichnung kann nach einem Gesetz des Staates Israel aus dem Jahr 1953 an Persönlichkeiten verliehen werden, die unter hohem persönlichen Risiko und ohne Gegenleistung Juden während der Shoa gerettet haben. – Hildegard Arnold, geb. Knies ist der psychologischen Öffentlichkeit noch weitgehend unbekannt. Hildegard Knies’ Weg zur konspirativen Hilfe für verfolgte Juden Hildegard Knies wurde am 8. Februar 1915 in Berlin geboren. Sie wuchs im Stadtteil Neu-Tempelhof in großbürgerlichen Verhältnissen auf. Ihr Vater, Gustav Knies, besaß eine Fabrik für Schrauben und Drehteile. Sie besuchte eine Oberschule von hohem Ansehen, das Luisen-Oberlyzeum in Berlin-Charlottenburg. Ihre Familie, vor allem ihr Vater, war an politischen Fragen wenig interessiert. Mit dem Beginn der Nazidiktatur begann die Wiederaufrüstung, was auch die kaufmännischen Belange des Vaters förderte. Die Fabrik wurde ein „Rüstungsbetrieb“. So konnte Gustav Knies mit der Gesamtentwicklung in Deutschland zufrieden...

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