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Konkurrenz

Eine soziologische Analyse- Theodor-Geiger Gesamtausgabe- Abteilung VI: Wirtschafts- und Betriebssoziologie. Bd. 1- Herausgegeben und erläutert von Klaus Rodax

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Klaus Rodax

«Das öffentliche Denken hat sich von der Wirtschaftskonkurrenz so vereinnahmen lassen, daß die Anwendung des Konkurrenzbegriffes auf andere Gebiete gleichsam als Analogie angesehen wurde. Die Besonderheiten der Wirtschaftskonkurrenz wurden generalisierend auf den Konkurrenzbegriff übertragen, obwohl dies nur durch angestrengte Auslegungskünste möglich war.» (Theodor Geiger)

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Einleitende Bemerkungen

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1) Hobbes hat die Konkurrenz als ein allgemeines Gesellschaftsphäno- men erkannt, aber die Konkurrenztheorie beginnt eigentlich erst mit der physiokratischen und liberalen Nationalökonomie,1 und diese be- schränkt sich ausschließlich auf die Wirtschaftskonkurrenz. Nur verein- zelt wurde die Konkurrenz ganz allgemein als eine Sozialform betrachtet, die dem konkreten Konkurrenzobjekt indifferent gegenübersteht.2 Die Wirtschaftskonkurrenz würde dann als einer unter mehreren Sonder- typen von Konkurrenz erscheinen – neben der Konkurrenz in Politik, Erziehung, Wissenschaft, im Alltagsleben usw. Gewisse, nur der Wirt- schaftskonkurrenz eigene Züge würden dann durch differentielle Unter- suchung hervortreten; die Formvarianten der Konkurrenz würden auf besondere Bedingungen und Nebenmomente zurückgeführt werden, die, Hand in Hand mit der Begriffsbildung der Konkurrenz, in verschiede- nen gesellschaftlichen Funktionen auftreten. – Das öffentliche Denken hat sich von der Wirtschaftskonkurrenz so vereinnahmen lassen, daß die Anwendung des Konkurrenzbegriffes auf andere Gebiete gleichsam als Analogie angesehen wurde. Die Besonderheiten der Wirtschaftskon- kurrenz wurden generalisierend auf den Konkurrenzbegriff im allgemei- nen übertragen, obwohl dies nur durch angestrengte Auslegungskünste möglich war.3 1 Die Anläufe JJBechers und anderer in der Kameralistik des 17./18. Jahrhunderts nicht mitgerechnet. 2 ChCooley: Personal Competition. 1899. – GSimmel: Soziologie. 1923, 3. Auflage, Seite 213 ff. – ESella: La concorrenza. 1915/16. – EARoss: Principles of Sociology. 1924, Part III, Chapter 16/19. – LvWiese: System der allgemeinen Soziologie. 1929, 2. Auflage, Seite 302 f. – Verhandlungen des VI. Deutschen Soziologentages. 1933, Seite 15 ff. (LvWieses und KMannheims einleitender Vortrag). – Die ökonomische Konkurrenztheorie ist von diesen und ähnlichen...

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