Show Less

Entwicklungs- und Menschenrechtsvorstellungen von unten

Eine vergleichende Untersuchung anhand ausgewählter Beispiele indigener Bevölkerung

Series:

Daniel Stosiek

Dieses Buch befasst sich mit den Vorstellungen von Entwicklung, Menschenrechten und einem guten Leben aus der Sicht marginalisierter Gruppen. Im Fokus stehen indigene Völker in Lateinamerika (insbesondere die Mapuche in Chile) und Beduinen bzw. PalästinenserInnen. Der Vergleich dieser sehr unterschiedlichen Gesellschaften, die die europäische Kolonisierung gemeinsam haben, erweist sich als sehr ergiebig. Die Äußerungen in Interviews und Gesprächen bilden den Ausgangspunkt für eine Suche nach einer neuen, dialogischen, ‘postkolonialen’ und daher alternativen Globalisierung, in der die Stimmen und Realitäten der subalternisierten Subjekte nicht mehr ausgelöscht werden.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

5. Methoden und Sample

Extract

5.1 Methodische Vorüberlegungen – Erklären und Verstehen Vor Beginn der Durchführung von Interviews muss man sich – so Pierre Bour- dieu54 – darüber im Klaren sein, dass selbst bei bester Absicht die soziale Bezie- hung, in die man eintritt, aufgrund der Position, aus welcher der Interviewer kommt (z.B. Universität, im Falle der vorliegenden Arbeit aus Europa in nicht- europäische Gebiete) von Asymmetrie und symbolischer Gewalt gekennzeichnet ist. Es kommt nun darauf an, sich dessen bewusst zu werden und “die Effekte der gesellschaftlichen Struktur, innerhalb der sich dieses Interview vollzieht, wahrzunehmen und zu kontrollieren”. Ohne das Ziel aufgrund der gegebenen Gesellschaft gänzlich erreichen zu können, geht es darum, diese Effekte mög- lichst weit zu minimieren und sich einer gewaltfreien Kommunikation anzu- nähern. Auf verschiedene Weisen habe ich mich bemüht, diesen Anspruch zu ver- wirklichen. So fragte ich indigene Menschen nach ihren eigenen Positionen, die gesellschaftlich häufig nicht anerkannt werden, indem ich ihnen mit Anerken- nung begegnete. Nur wenige wollten nichts oder wenig antworten; die meisten antworteten mir mit großem Interesse, manchmal sogar mit Dankbarkeit, dass ich ihnen zuhörte. Weiterhin hatte ich mir zuvor ein Vorwissen über die Ge- schichte und Situation der Menschen angeeignet, um mich in sie hineinversetzen zu können und adäquate Impulsfragen zu stellen. Immer wieder ermöglichte ich Vertrautheit mit den Befragten und verringerte die Distanz, indem ich zuvor mit einigen von ihnen befreundet war, indem ich mit indigenen Freunden zu ihnen hinging, so dass...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.