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Hunde als therapeutische Weggefährten

Gespräche mit Experten über Therapiebegleithunde im therapeutischen Kontext in Theorie und Praxis

Iris Kuhn

Welches therapeutische Potenzial steckt in ausgebildeten Therapiebegleithunden? Im Buch wird der «Werdegang» vom Wolf bis zum Therapiebegleithund skizziert, wobei der Schwerpunkt der Betrachtung auf der historisch gewachsenen Mensch-Hund-Beziehung liegt. Beschrieben wird die Ausbildung von Therapiebegleithunden und ihrer Hundeführer, gefolgt von einer Betrachtung der ethischen Vertretbarkeit. Eine Auswahl vorhandener Forschungsergebnisse wird vorgestellt, die sich auf Hunde im therapeutischen Kontext bezieht, sowie allgemeine wissenschaftliche Erklärungsmodelle zur Mensch-Tier-Beziehung, zu Wirkmechanismen in der tiergestützten Therapie und zur Mensch-Hund-Kommunikation. Gespräche mit Praktikern (Experten), die ihre ausgebildeten Hunde beruflich einsetzen, runden das Bild ab. Die methodische Basis bildet «das persönliche Gespräch als Weg in der psychologischen Forschung» nach Langer (2000) sowie ergänzend als weitere qualitative Forschungsmethode das Experteninterview. Als Gesamtergebnis zeigt sich, dass Therapiebegleithunde kein Heilmittel an sich darstellen, aber als Katalysator in der therapeutischen Beziehung wirken. Sie können Klienten bei der persönlichen Selbsterkenntnis helfen und deren Heilungsprozesse begleitend unterstützen.

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2 Historische Entwicklungsstationen der Mensch-Hund-Beziehung

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Evolutionsbiologie und Paläoanthropologie sind mit der Entstehungsge- schichte und Entwicklung des Lebens befasst. Auf Basis urzeitlicher Fossil- funde und moderner Analysetechniken werden Theoriemodelle entwi- ckelt. Über Ereignisse, die zum Teil Jahrmillionen zurückliegen, können oft nur Vermutungen angestellt werden. Deshalb weichen die Ansichten von Wissenschaftlern, was die Evolution der Hunde bzw. die Koevolution von Mensch und Hund betrifft, manchmal voneinander ab. Im Folgenden fin- det sich die Bemühung, die unterschiedlichen Forschungsansätze aus ver- schiedenen Fakultäten für die zu Grunde liegende Arbeit möglichst knapp und themenbezogen zusammenzustellen, um zu verdeutlichen wie und warum es zur Annäherung von Mensch und Hund kam. Dieses ist insbe- sondere deshalb ein Anliegen, weil ein Blick auf die gemeinsame Ge- schichte der beiden Spezies einige aufschlussreiche Erklärungen dafür lie- fern kann, warum Hunde als „Co-Therapeuten“ so geeignet erscheinen. Die Bearbeitung des Themas hebt ins Bewusstsein, welch lange gemein- same Wegstrecke Hund und Mensch tatsächlich zurückgelegt haben, wel- che verbindenden Elemente dabei eine Rolle spielten und welche Art von Beziehung im Laufe der Jahrtausende gewachsen ist. Als erster und ständiger Begleiter des Menschen ist der Hund untrennbar mit der Geschichte der Menschheit verbunden. Seine Domestikation3 er- folgte vor der jeder anderen Tierart und war gegen Ende der Eiszeit vor etwa 12000 Jahren bereits vollzogen. Vieles spricht dafür, dass der Hund sich selbst domestiziert hat. Dadurch unterscheidet er sich von allen an- deren Tierarten, die durch Menschen domestiziert wurden. Der Hund bzw. sein Wolfsvorfahr...

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