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Hunde als therapeutische Weggefährten

Gespräche mit Experten über Therapiebegleithunde im therapeutischen Kontext in Theorie und Praxis

Iris Kuhn

Welches therapeutische Potenzial steckt in ausgebildeten Therapiebegleithunden? Im Buch wird der «Werdegang» vom Wolf bis zum Therapiebegleithund skizziert, wobei der Schwerpunkt der Betrachtung auf der historisch gewachsenen Mensch-Hund-Beziehung liegt. Beschrieben wird die Ausbildung von Therapiebegleithunden und ihrer Hundeführer, gefolgt von einer Betrachtung der ethischen Vertretbarkeit. Eine Auswahl vorhandener Forschungsergebnisse wird vorgestellt, die sich auf Hunde im therapeutischen Kontext bezieht, sowie allgemeine wissenschaftliche Erklärungsmodelle zur Mensch-Tier-Beziehung, zu Wirkmechanismen in der tiergestützten Therapie und zur Mensch-Hund-Kommunikation. Gespräche mit Praktikern (Experten), die ihre ausgebildeten Hunde beruflich einsetzen, runden das Bild ab. Die methodische Basis bildet «das persönliche Gespräch als Weg in der psychologischen Forschung» nach Langer (2000) sowie ergänzend als weitere qualitative Forschungsmethode das Experteninterview. Als Gesamtergebnis zeigt sich, dass Therapiebegleithunde kein Heilmittel an sich darstellen, aber als Katalysator in der therapeutischen Beziehung wirken. Sie können Klienten bei der persönlichen Selbsterkenntnis helfen und deren Heilungsprozesse begleitend unterstützen.

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3 Wie kam der Therapeut auf den Hund? Auswahl einiger Beispiele aus den Anfängen der hundgestützten Therapie

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Hier wird gezeigt, dass „Pioniere“ die wohltuende Wirkung von Hunden per Zufall entdeckten und für sich selbst oder ihre Klienten nutzbar mach- ten. 3.1 Boris Levinson Ein Standardwerk zur tiergestützten Therapie erschien erstmals 1969 auf- grund der Beobachtungen des New Yorker Kindertherapeuten Boris Levin- son mit dem Titel: „Pet-Oriented Child Psychotherapy“. Levinson machte durch Zufall die Entdeckung wie hilfreich es war, seinen Hund Jingles, ei- nen Golden Retriever, in die Therapie seiner Patienten im Kindes- und Ju- gendalter mit einzubinden. Fortan leistete sein Hund ihm wertvolle Dienste als „Co-Therapeut“. Levinson sollte ein diagnostisches Gespräch mit einem Jungen führen, der schon über Jahre ohne Erfolg von anderen Therapeuten behandelt wor- den war. Die Unterbringung des Jungen in einem Heim für psychisch kran- ke Kinder war angeraten worden. Eines frühen Morgens erledigte Levin- son Schreibarbeiten, während Jingles wie immer, wenn keine Patienten zugegen waren, zu seinen Füßen lag. Es schellte an der Tür, jedoch erwar- tete Levinson niemanden. Der Junge hatte erst einige Stunden später ei- nen Termin bei ihm. Jingles begleitete Levinson zur Tür, wo sie von einem verstörten Elternteil mit Kind begrüßt wurden, die viel zu früh zum Termin erschienen waren. Levinson wollte die Entscheidung, ob er diesen Jungen als Patienten auf- nehmen sollte, von dem anstehenden diagnostischen Gespräch abhängig machen. Der Junge zeigte verstärkte Symptome von sozialer Ängstlichkeit. Levinson beschreibt die erste Begegnung wie folgt: 40 „While I greeted the mother, Jingles...

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