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Hunde als therapeutische Weggefährten

Gespräche mit Experten über Therapiebegleithunde im therapeutischen Kontext in Theorie und Praxis

Iris Kuhn

Welches therapeutische Potenzial steckt in ausgebildeten Therapiebegleithunden? Im Buch wird der «Werdegang» vom Wolf bis zum Therapiebegleithund skizziert, wobei der Schwerpunkt der Betrachtung auf der historisch gewachsenen Mensch-Hund-Beziehung liegt. Beschrieben wird die Ausbildung von Therapiebegleithunden und ihrer Hundeführer, gefolgt von einer Betrachtung der ethischen Vertretbarkeit. Eine Auswahl vorhandener Forschungsergebnisse wird vorgestellt, die sich auf Hunde im therapeutischen Kontext bezieht, sowie allgemeine wissenschaftliche Erklärungsmodelle zur Mensch-Tier-Beziehung, zu Wirkmechanismen in der tiergestützten Therapie und zur Mensch-Hund-Kommunikation. Gespräche mit Praktikern (Experten), die ihre ausgebildeten Hunde beruflich einsetzen, runden das Bild ab. Die methodische Basis bildet «das persönliche Gespräch als Weg in der psychologischen Forschung» nach Langer (2000) sowie ergänzend als weitere qualitative Forschungsmethode das Experteninterview. Als Gesamtergebnis zeigt sich, dass Therapiebegleithunde kein Heilmittel an sich darstellen, aber als Katalysator in der therapeutischen Beziehung wirken. Sie können Klienten bei der persönlichen Selbsterkenntnis helfen und deren Heilungsprozesse begleitend unterstützen.

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8 Auswahl wissenschaftlicherErklärungsmodelle

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101 8 Auswahl wissenschaftlicher Erklärungsmodelle Im Folgenden soll die Bedeutung von Beziehung und Verbundenheit zwi- schen Menschen und ihrer Umwelt, zu der auch die Hunde gehören, auf- gezeigt werden. Hierzu bietet die Wissenschaft verschiedene Theorien an, die einander ergänzen. 8.1 Biophilie Menschen haben sich in der Evolution immer zusammen mit anderen Le- bewesen entwickelt und so über Jahrmillionen eine biologisch fundierte Affinität zum Leben und zur Natur ausgebildet. Schon Babies interessie- ren sich besonders für jene Dinge in ihrer Umwelt, die sich bewegen, ohne dass ihnen diese Neugier erst beigebracht werden musste (vgl. Prothmann2007, S. 19). Edward O. Wilson (1984, S. 76 ff) hatte hierzu die Hypothese einer dem Menschen angeborenen Biophilie aufgestellt, einer Hinwendung zu allem Lebendigen. Laut Wilson fühlt sich der Mensch mit seiner nichtmenschli- chen Umwelt verbunden, er braucht sie gerade für seine Gesundheit und Sinnfindung. Verliert der Mensch den Kontakt zur Natur, wird er krank. Menschen besitzen nach Olbrich (2003, S. 69) eine „inhärente Affinität zur Vielfalt von Lebewesen in ihrer Umgebung ebenso wie zu ökologischen Settings, welche die Entwicklung von Leben ermöglichen.“ Der Gebrauch des Begriffes „Biophilie“ bei Fromm (1973, S. 406) als „eine leidenschaftli- che Liebe zum Leben und zu allem Lebendigen“ geht Olbrich nicht weit ge- nug, sei doch hier nur ein Aspekt von Biophilie angesprochen. Er könne jedoch nicht die Vielfalt der Qualitäten von Affinität zwischen Lebewesen ausdrücken, beispielsweise die Affinität zwischen Jäger und Gejagtem. Als...

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