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Phraseme mit temporaler Bedeutung im Weißrussischen und Deutschen

Eine kontrastive Studie

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Katja Ilyashava

Diese Arbeit bietet einen kontrastiven Vergleich von Phraseologismen mit temporaler Bedeutung im Weißrussischen und Deutschen. Ziel der Analyse sind Parallelen, Differenzen und Entsprechungen in der phraseologischen Realisierung der Zeitwahrnehmung durch beide Sprachgemeinschaften. Um ethnolinguistische Spezifika und Gemeinsamkeiten des sprachlichen Weltbildes im Funktionieren von Phraseologismen aufzuzeigen, werden als Datenbasis grundsätzlich Texte herangezogen. Im Mittelpunkt der Analyse stehen Fragen der Adäquatheit in der Wiedergabe von Konzepten temporaler Sachverhalte. Die Ergebnisse der kontrastiven Untersuchung liefern einen Beitrag zur charakterologischen Typologie des Weißrussischen und Deutschen sowie zur Erstellung eines ideographischen Wörterbuches phraseologischer Einheiten beider Sprachen.

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4. Der Zeitbegriff in der Linguistik

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Die Fähigkeit des Menschen, die Zeit eines Ereignisses sprachlich festzumachen und mehrere zusammenhängende Geschehnisse im Zeitstrom miteinander zu verknüpfen, gehört zu den grundlegenden Charakteristika der zwischenmensch- lichen Kommunikation (vgl. Klein 2009:1). Aufgrund dessen ist es kaum vor- stellbar, einen Gedanken auszudrücken, ohne sich den „Zeitmarkern“ zuzuwen- den. In diesem Sinne hat jede Sprache eine mit ihrer Struktur zusammenhän- gende Palette verschiedener Sprachmittel, die für die Bezeichnung von Zeitan- gaben zur Verfügung stehen. In dieser Forschungsarbeit geht es nicht darum, sämtliche Möglichkeiten des Temporalitätsausdrucks zu erforschen, die auf der grammatischen bzw. lexikalischen Ebene angesiedelt sind. Vielmehr sollen die Spezifika der „naiven“ Zeitreflexion im Weißrussischen und im Deutschen an- hand phraseologischer Mittel aufgedeckt und miteinander verglichen werden. Somit ist das Objekt dieser Forschungsarbeit lediglich auf die Phraseologismen beschränkt, die neben anderen sprachlichen Mitteln die funktional-semantische Kategorie der Temporalität bilden. Ihre Auswahl lässt sich u. a. dadurch begründen, dass Wissenschaftler sich zwar seit langer Zeit mit gramma- tikalischen und nicht zuletzt lexikalischen Mitteln der Temporalität be- schäftigen, während den Phraseologismen bislang wenig Aufmerksamkeit ge- schenkt worden ist30. Bei der Auseinandersetzung mit verschiedenen linguistischen Studien, die der Kategorie der Temporalität gewidmet sind, bin ich auf das Problem ge- stoßen, dass der Begriff „temporale Bedeutung“ in den meisten Untersuchungen entweder nicht erläutert oder zu abstrakt formuliert wird, so dass der Umfang des Zeitbegriffs nicht evident bleibt. In den meisten Arbeiten werden lediglich...

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